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Foto: Fotograf*in unbekannt/ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung

Paula Wessely (1907–2000)

Schauspielerin aus Wien

Wessely war durch Auftritte in Deutschland bereits ab 1934 Mitglied der NS-Reichsfachschaft Film. Beruflich engagierte sie sich für das NS-Regime: Sie warb im Zuge der inszenierten Volksabstimmung für den „Anschluss“ und spielte in etlichen Propagandafilmen mit. Mit ihrem Namen auf der sogenannten Gottbegnadetenliste zählte sie zu jenen wenigen Künstler*innen, die unter besonderem Schutz der NS-Führungselite standen. Manche Kolleg*innen, die vom NS-Regime als jüdisch verfolgt wurden, berichteten, dass Wessely sie weiterhin unterstützte. 

 

1945 erhielt Wessely ein Auftrittsverbot von der amerikanischen Verwaltung im Rahmen der alliierten Kontrolle Österreichs. Ab Ende 1946 war sie wieder als Film- und Theaterschauspielerin tätig, unter anderem im Theater in der Josefstadt und im Burgtheater. Sie blieb die beliebteste Schauspielerin und wurde nun zu einem Symbol Österreichs. Ihr Engagement für die NS-Propaganda wurde erst breiter diskutiert, als die Schriftstellerin Elfriede Jelinek  1982 mit dem Theaterstück Burgtheater ein Tabu brach: Die Figur Wesselys dient ihr in dem Stück dazu, beispielhaft den bruchlosen Übergang von NS-deutscher Propaganda zu Österreich-Nostalgie vorzuführen. In einer Zeit, in der sich ein eigenständiges österreichisches Selbstverständnis durchgesetzt hatte, machte das Werk greifbar, wie sehr in der vermeintlich typisch österreichischen Tradition in Theater und Kino die Inhalte und Zielsetzungen der NS-Kulturpolitik nachklingen.  Vertreter*innen von Kulturbetrieb, Medien und Politik nahmen Wessely in Schutz und attackierten Jelinek heftig wie untergriffig. Bis heute wurde Jelineks Stück nur zweimal in Österreich aufgeführt, 2005 vom Grazer Theater im Bahnhof und 2025 am titelgebenden Wiener Burgtheater. 

 

Wessely wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter 1987 mit dem Ehrentitel „Doyenne“ des Wiener Burgtheaters. 1988 unterstützte sie einen offenen Brief, der nach dem Endbericht einer Historikerkommission zur Rolle von Bundespräsident Kurt Waldheim in der NS-Herrschaft dessen Rücktritt einmahnte

 

 

Weiterführende Links:

https://agso.uni-graz.at/archive/marienthal/biografien/wessely_paula.htm

https://personal.murrayhall.com/wp-content/uploads/2017/09/WESSELY.pdf

https://www.profil.at/home/wie-publikumslieblinge-ns-regime-262724

https://www.diepresse.com/321353/jetzt-hats-die-paula-erwischt

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Paula_Wessely 

https://www.zeit.de/2007/26/Waldheim

 

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