Das Produkt wurde zu Ihrem Warenkorb hinzugefügt.
Zum Warenkorb
Weiter einkaufen
Tickets auswählen

Eintritt Erwachsene
Jahreskarte




Zurück
Anzahl wählen


Ab 10 Einzelkarten empfehlen wir die ermäßigten Gruppenkarten, wenn Sie als Gruppe kommen!

Bitte Menge auswählen

Zum Warenkorb hinzufügen
Zurück
Jahreskarte Personalisieren

Jahreskarte
€ 18.81 / Stk.
Vorname*:
Nachname*:
Geburtsdatum*:

E-mail:



Bitte alle Pflichtfelder(*) ausfüllen!

Zum Warenkorb hinzufügen
Zurück
OK
Heute im hdgö

Inhalte werden geladen

Friedrich Rainer (1903–1947)

Gauleiter und Landeshauptmann von Salzburg und Kärnten

Friedrich Rainer kam am 28. Juli 1903 in St. Veit an der Glan in der Familie des Bürgerschullehrers Norbert Rainer und seiner Gattin Friedericke (geb. Klein), als zweites von vier Kindern zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule in seinem Heimatort und des Realgymnasiums in Klagenfurt studierte er an der Universität Graz Rechtswissenschaften. Nach dem Studium war er in der Notariatskanzlei seines Onkels Hartwig Fresacher tätig. Geprägt durch ein deutschnationales, antisemitisches Umfeld, war er früh politisch aktiv: Er engagierte sich im Deutschen Turnverein und leistete militärische Hilfsdienste in der St. Veiter Bürgerwehr. 1918–1920 nahm er am „Kärntner Abwehrkampf“ teil. 1923 war er kurzzeitig im Vaterländischen Schutzbund der österreichischen Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNSAP) aktiv, 1925 trat er der deutschvölkischen Burschenschaft Ostmark Graz bei. 1930 wurde er NSDAP-Mitglied und Mitbegründer der NSDAP-Ortsgruppe St. Veit. Nach dem NSDAP-Verbot in Österreich 1933 schloss er sich der illegalen SS an und arbeitete nachrichtendienstlich für den Sicherheitsdienst (SD). Als enger Vertrauter Hubert Klausners, des Gauleiters der illegalen NSDAP in Kärnten, wurde er 1935 wegen Hochverrats zu einem Jahr Haft verurteilt, von dem er fünf Monate verbüßte. Ab 1936 gehörte er der Kärntner NSDAP-Landesleitung an und spielte mit seinem Freund Odilo Globočnik und Gauleiter Klausner eine Schlüsselrolle beim „Anschluss“ Österreichs 1938. Nach der NS-Machtübernahme in Österreich im März 1938 wurde Klausner zum Landesleiter, Globočnik zum Organisationsleiter und Rainer zum politischen Leiter der österreichischen NSDAP ernannt.

 

Im Mai 1938 berief ihn Hitler zum NSDAP-Gauleiter und Landeshauptmann von Salzburg. Im selben Jahr wurde er auch Abgeordneter des Großdeutschen Reichstags. Ab April 1940 erfolgte seine Einsetzung als Gauleiter und Reichsstatthalter im Partei- und Reichsgau Salzburg. Im November 1941 wurde er von Hitler als NSDAP-Gauleiter und Reichsstatthalter nach Kärnten versetzt. Als nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Jugoslawien im April 1941 Slowenien in Besatzungszonen aufgeteilt worden war, amtierte Rainer auch als Chef der Zivilverwaltung (CdZ) der Besatzungszone Oberkrain/Gorenjska, die als Zivilverwaltungsgebiet „Kärnten und Krain“ nun seiner Leitung in Klagenfurt unterstand. Ab 1942 oblag Gauleiter Rainer als Reichsverteidigungskommissar auch die gesamte zivile Verteidigung des Gaus Kärnten. Nach Italiens Waffenstillstand im September 1943 wurde Rainer zusätzlich als „Oberster Kommissar“ der Operationszone Adriatisches Küstenland eingesetzt, wo er Chef der Zivilverwaltung (CdZ) in den italienischen Provinzen des Friaul und Istriens war.

 

Ende Mai 1945 wurde Rainer von britischen Soldaten in der Gegend um den Weißensee verhaftet. 1945/1946 trat er vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg als „Entlastungszeuge“ für NS-Hauptkriegsverbrecher wie Arthur Seyß-Inquart auf. 1947 wurde er an Jugoslawien ausgeliefert und von einem Militärgericht in Ljubljana im heutigen Slowenien zum Tod verurteilt. Sein Sterbedatum ist unklar: Offiziell wurde die Hinrichtung am 18. August 1947 vollstreckt. Dokumente im Slowenischen Staatsarchiv in Ljubljana deuten jedoch darauf hin, dass er nach dem Bruch zwischen Stalin und Tito der jugoslawischen Geheimpolizei noch längere Zeit als Informant diente und seine Hinrichtung erst im November 1950 erfolgte. 

 

 

Weiterführende Links:

 

https://ktnv1.orf.at/stories/438703

https://www.sn.at/wiki/Friedrich_Rainer

http://www.holocaustresearchproject.org/essays&editorials/sinisterroles.html 

 

 

Literatur:

 

Alfred Este, Kärntens braune Elite, 2. verb. Aufl., Klagenfurt–Ljubljana–Wien 1997, S. 125–139. 

Ernst Klee, Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt/Main 2007, S. 477. 

Friedrich Rainer: Ein Netzwerker wird Salzburger Gauleiter, in: Johannes Hofinger, Nationalsozialismus in Salzburg. Opfer. Täter. Gegner, 2. Aufl., Innsbruck 2018 (= Nationalsozialismus in den österreichischen Bundesländern; Bd. 5) S. 86–88. 

Friedrich Rainer: „Ich fühle mich in keinem Punkt als Verbrecher“, in: Nadja Danglmaier / Werner Koroschitz, Nationalsozialismus in Kärnten. Opfer. Täter. Gegner, 3. Aufl., Innsbruck 2021 (= Nationalsozialismus in den österreichischen Bundesländern; Bd. 7), S. 376–377. 

Wolfgang Graf, Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen, Klagenfurt–Ljubljana–Wien 2012, S. 119 f. 

 

Autor*innen