Arthur Seyß-Inquart (1892–1946)
Bundeskanzler, Leitender Verwaltungbeamter in den besetzten Niederlanden
Der prominente österreichische Nationalsozialist Arthur Seyß-Inquart hatte in den letzten Monaten der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur offiziell die Aufgabe, die Kontakte zur NSDAP zu pflegen. Kurz vor dem sogenannten „Anschluss“ wurde er auf Druck Hitlers schließlich sogar noch Innen- und Sicherheitsminister in Österreich. Als solcher sorgte er dafür, dass alle polizeilichen Unterlagen in die Hände des NS-Staates gerieten. Dadurch wurde die Verfolgung politischer Gegner*innen durch die NS-Herrschaft erleichtert. Nach dem Rücktritt von Kurt Schuschnigg am 11. März 1938 war Seyß-Inquart letzter Bundeskanzler Österreichs und vom 13. März an auch Vertreter des zurückgetretenen Bundespräsidenten Miklas. Er war in dieser Funktion entscheidend für die Aufgabe der staatlichen Selbständigkeit Österreichs.
Danach bekleidete Seyß-Inquart im NS-Staat höchste politische Ämter. 1939 nahm er eine Führungsposition im besetzten Polen ein, wo er massenhafte Gewalt und Unterdrückung durchsetzte. Als Reichskommissar der Niederlande war er danach für die Deportation der niederländischen Jüdinnen und Juden verantwortlich. Bei den Nürnberger Prozessen 1946 wurde er zum Tod verurteilt.
Weiterführende Links:
https://hdgoe.at/machtuebernahme_deutscher_klub
https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_S/Seyss-Inquart_Arthur_1892_1946.xml
https://www.mediathek.at/atom/15198CC7-24D-00025-00000D0C-1518C3B5