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Otto Steinhäusl (1879–1940)

Leitender Polizist in Wien

Steinhäusl wurde am 10. März 1879 in České Budějovice im heutigen Tschechien als Sohn eines k.u.k. Oberleutnant-Rechnungsprüfers geboren. Er maturierte 1898 mit Auszeichnung am Gymnasium in Klagenfurt. An der Universität Wien studierte er anschließend Rechtswissenschaft, schloss 1905 sein Studium als Doktor der Rechte ab und absolvierte das Gerichtsjahr. Während seines Studiums schloss er sich der deutsch-völkisch orientierten Wiener akademischen Burschenschaft Moldavia an.  Ab 1907 begann er eine Polizeilaufbahn, anfangs bei der Polizeidirektion Wien im Sicherheitsbüro (Kriminalpolizei). 1910 wechselte er ins Polizeikommissariat Wien-Mariahilf, 1911 folgte die Versetzung nach Ostrava/Mährisch-Ostrau. Dort baute er den kriminalpolizeilichen Sicherheitsdienst nach Wiener Vorbild um, wofür er das Goldene Verdienstkreuz erhielt. 1913 kehrte er ins Wiener Sicherheitsbüro zurück und wurde 1915 dem Militärreferat der staatspolizeilichen Abteilung im Polizeipräsidium zugeteilt. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete er im Evidenzbüro des k.u.k. Kriegsministeriums, dem Nachrichtendienst der österreichisch-ungarischen Monarchie. Seine Karriere entwickelte sich auch im Wechsel zwischen Monarchie und Republik stetig: 1915 wurde er zum Polizeikommissär befördert, 1919 zum Polizeioberkommissär und 1921 zum Polizeirat. In der Ersten Republik übernahm er 1922 als Polizeidirektor die Leitung der neu geschaffenen Bundespolizeidirektion Salzburg. Dort förderte er junge Nationalsozialisten, darunter den späteren hochrangigen SS-Offizier Humbert Achamer-Pifrader. 1931 wurde er ins Wiener Polizeipräsidium zurückbeordert und 1932 zum Leiter des Sicherheitsbüros ernannt. Ab 1933 leitete er als einer der höchsten Polizeibeamten Wiens die kriminalpolizeiliche Approbationsgruppe, die all jene Dienststellen umfasste, die der Kriminalpolizei zuarbeiteten. 

 

Hofrat Steinhäusl war großdeutsch gesinnt und sympathisierte mit der NSDAP, ohne jedoch Parteimitglied zu sein oder sich offen für die NS-Bewegung zu engagieren. Diese zwiespältige Haltung zeigte sich beim Juli-Putsch 1934 der illegalen österreichischen NSDAP. Er stand mit führenden NS-Putschisten wie Otto Wächter, Fridolin Glass und Hanns Blaschke in Verbindung und war in deren Putschpläne eingeweiht, die ihn als künftigen Polizeipräsidenten Wiens vorsahen. Steinhäusl verhielt sich aber zurückhaltend, als die Putschisten ihn am 25. Juli 1934 baten, die Wiener Polizei für ihre Zwecke einzusetzen. Er wollte erst aktiv werden, nachdem er die Bestellungsurkunde zum Polizeipräsidenten erhalten hätte. Nach dem gescheiterten Putsch wurde er verhaftet und 1935 zu sieben Jahren schweren Kerkers verurteilt, jedoch bereits 1936 aufgrund des Juliabkommens wieder freigelassen. 

 

Nach der NS-Machtübernahme in Österreich am 12. März 1938 wurde Steinhäusl in die SS übernommen. Nach dem Rücktritt des Wiener Polizeipräsidenten Michael Skubl wurde Steinhäusl auf Initiative des neuen österreichischen Staatssekretärs für das Sicherheitswesen Ernst Kaltenbrunner kommissarisch zum Polizeipräsidenten von Wien bestellt, allerdings ohne unmittelbare Befehlsgewalt über Kriminalpolizei und Gestapo. Überdies stieg er zum Präsidenten der Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission auf. Im Juli 1938 wurde Steinhäusl in den Rang eines SS-Oberführers befördert und im Jänner 1940 definitiv als Polizeipräsident von Wien eingesetzt. Am 20. Juni 1940 starb Steinhäusl an den Folgen einer Krebserkrankung. 

 

 

Weiterführende Links:

https://www.biographien.ac.at/oebl_13/184.pdf 

 

 

Literatur:

 

Wolfgang Graf, Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen, Klagenfurt–Ljubljana–Wien 2012, S. 321–323. 

Barbara Stelzl-Marx / Andreas Kranebitter / Gregor Holzinger (Hg.), Exekutive der Gewalt. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus, Wien 2024. 

Franz Weiss, Steinhäusl Otto, in: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL), Bd. 13, Wien 2010, S. 184. 

 

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