Hubert Klausner, wurde am 1. November 1892 in Cave del Predil/Rabelj/Raibl geboren, einer Siedlung in der Nähe der Stadt Tarvisio/Tarvis im heutigen Italien. Klausner war der Sohn des k.k. Finanzwachebeamten Ignatz Klausner und seiner Frau Anna (geb. Joachim). In seiner Zeit im Gymnasium in Villach, trat er der rechtsextremen Burschenschaft Arminia bei. Am Ersten Weltkrieg nahm er zunächst in Galizien und ab 1915 an der italienischen Front teil. Nach einer Verwundung, die seine rechte Hand lähmte, wurde er 1916 zur Verwundetensammelstelle in Klagenfurt versetzt. Später leitete er das Rekonvaleszentenhaus der k.u.k. Armee in Trento/Trient. 1918–1920 kämpfte er im Kärntner Grenzkonflikt. Anschließend setzte er seine Karriere im österreichischen Bundesheer fort, wo er zum Major aufstieg.
Seine politische Laufbahn begann er als Mitglied der Großdeutschen Volkspartei. 1922 wechselte er zur österreichischen Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNSAP), aus der er 1927 wegen Richtungsstreitigkeiten wieder austrat. 1931 schloss er sich der NSDAP (Hitler-Bewegung) an. Bei den Gemeinderatswahlen 1931 zog er für die NSDAP in den Klagenfurter Gemeinderat ein. Durch sein Engagement machte er in der NSDAP Kärnten rasch Karriere. Im Jänner 1933 stieg er zunächst zum Gauleiter-Stellvertreter auf, im Juni dann zum Gauleiter von Kärnten. Nach dem Verbot der NSDAP in Österreich im Juni 1933 wurde Klausner erstmals verhaftet und wenig später freigelassen. Aufgrund von Konflikten innerhalb der Partei setzte ihn der österreichische NSDAP-Landesleiter Josef Leopold 1936 als Kärntner Gauleiter ab. Klausner führte die illegale Gauleitung dennoch von seinem Haus in Latschach am Faaker See aus weiter. Im Februar 1938 beendete Adolf Hitler die Führungsstreitigkeiten in der illegalen österreichischen NSDAP: Leopold wurde die Landesleitung entzogen und stattdessen Klausner übertragen. Klausner, Odilo Globočnik und Friedrich Rainer („Kärntner Gruppe“) spielten beim „Anschluss“ Österreichs an Hitler-Deutschland eine zentrale Rolle.
Am 11. März 1938 gab Klausner den Befehl zur NS-Machtübernahme in Österreich aus. Als NSDAP-Landesleiter wurde er Gauleiter Josef Bürckel unterstellt, der nunmehr die österreichische NSDAP kommissarisch leitete. Klausner trat der SS bei. Im Kabinett von NS-Bundeskanzler Arthur Seyß-Inquart erhielt er das Amt des Ministers für politische Willensbildung. Ab Mai 1938 hatte er mehrere wichtige Positionen inne: Er wurde Stellvertreter des Reichsstatthalters und Ministers für innere und kulturelle Angelegenheiten Seyß-Inquart sowie Stellvertreter des Reichskommissars für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich Josef Bürckel. Als Hitler ihn im selben Monat zusätzlich zum Landeshauptmann und NSDAP-Gauleiter von Kärnten ernannte, konnte er diese Ämter aufgrund seiner Aufgaben in Wien nicht persönlich ausüben. Die Vertretung wurde aufgeteilt: Franz Kutschera übte die Parteiagenden des Gauleiters aus, im staatlichen Bereich führte Regierungspräsident Wladimir von Pawlowski kommissarisch die Amtsgeschäfte des Kärntner Landeshauptmannes.
Klausner starb überraschend am 12. Februar 1939 an Hirnschlag in Wien. Zu seinem Staatsbegräbnis in Klagenfurt erschien Adolf Hitler persönlich. Sein plötzlicher Tod führte zu Spekulationen über einen möglichen Giftmord aufgrund von Konflikten innerhalb der NSDAP, die sein ehemaliger Adjutant Erwin Aichinger unter Berufung auf Klausners Witwe nährte.
Weiterführende Links:
https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_K/Klausner_Hubert_1892_1939.xml
Wissenschaftliche Literatur:
Gerhard Botz, Die Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich: Planung und Verwirklichung des politisch-administrativen Anschlusses (1938–1940), 3. Aufl., Wien 1988, S. 92–99.
Alfred Este, Kärntens braune Elite, 2. verb. Aufl., Klagenfurt–Ljubljana–Wien 1997, S. 70–86.
Ernst Klee, Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt/Main 2007, S. 313.
Bruce F. Pauley, Der Weg in den Nationalsozialismus. Ursprünge und Entwicklung in Österreich, Wien 1988.