Das vierte Lohn-Preis-Abkommen von 1950 brachte nur geringe Lohnerhöhungen, die weit hinter den Preissteigerungen zurückblieben. Dagegen kam es, nachdem der österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) dem Abkommen am 26. September zugestimmt hatte, in der VOEST in Linz, wo der Verband der Unabhängigen (VdU) die stärkste Fraktion im Arbeiterbetriebsrat war, zu spontanen Streiks, die sich vorerst gegen den ÖGB und die Arbeiterkammer richteten.
Als der Streik am 30. September auf Wien übergriff, organisierten kommunistische Arbeitervertreter*innen vorerst eine gesamtösterreichische Betriebsratskonferenz, ehe sie mit Rollkommandos versuchten, das öffentliche Leben in Wien lahmzulegen. Die Streikenden erhielten Unterstützung aus den sowjetisch geführten USIA-Betrieben. Dagegen traten Gruppen aus den Reihen der Bau- und Holzarbeitergewerkschaft unter Franz Olah auf. Olah hatte engen Kontakt zu den Amerikanern. Mit Gewalt vertrieben sie die Streikenden von den Straßen. Am 6. Oktober wurde der Streik für beendet erklärt.
Der Verlauf des Streiks selbst hatte kaum Auswirkungen, aber wie er dargestellt wurde, prägte die politische Kultur in Österreich über Jahrzehnte. Er markierte den endgültigen Beginn des „Kalten Kriegs” auch in Österreich: Kommunistische Stimmen betonten, dass die Niederschlagung undemokratisch war. Antikommunistische Medien und Parteien nutzten den Streik ihrerseits noch lange, um das Gespenst eines drohenden kommunistischen Putsches an die Wand zu malen. Während ein solcher etwa in der Tschechoslowakei kurz davor tatsächlich durchgeführt worden war, machte die Ausgangslage in Österreich das von vorneherein aber unmöglich.