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Johann Jaritz / CC BY-SA 4.0

Switbert Lobisser (1878–1943)

Maler und Bildhauer in Kärnten

Switbert Lobisser wurde in Tiffen in Kärnten geboren. Nach dem Eintritt in das Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal und einem zweijährigen Aufenthalt in Rom wurde er 1903 zum Priester geweiht. Das Priesteramt legte er später zurück. Ab 1904 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er als Zeichenlehrer ausgebildet wurde. In den 1920er-Jahren wurde er als Künstler von Holzschnitten und großformatigen Wandmalereien bekannt.

 

Im Vorwort der Autobiografie von Switbert Lobisser, dem Lobisser Buch (1940), schreibt der Gauleiter von Kärnten Friedrich Rainer: „Uns war sein Werk in der Zeit des Kampfes der künstlerische Ausdruck eines Bekenntnisses zu Adolf Hitler. In seinem Holzschnitt vom Papst, Kaiser und Bauern sehen wir doch alles das ausgedrückt, was die Idee von Blut und Boden in sich schließt. Seine vielen mütterlichen Gestalten, die Kinder, die Jäger, der Wald und die vielen Tiere im Walde, alles das sind für uns Verkörperungen des deutschen Menschen, der deutschen Heimat.“ Lobisser war ein überzeugter Nationalsozialist, auch schon vor der Machtübernahme der NSDAP, in der Zeit, in der die NSDAP in Österreich verboten war. In der NS-Herrschaft wurde er mit Aufträgen vielfach geehrt und erhielt diverse Preise. Seine Werke wurden zudem von führenden NS-Akteuren gekauft.

 

1928 malte Switbert Lobisser die Volksabstimmungsfresken im Sitzungssaal des Landhaus Klagenfurt, die Motive der Volksabstimmung 1920 in Kärnten zeigen. NS-Minister Wilhelm Frick erteilte Lobisser, nachdem er die Fresken von 1928 gesehen hatte, 1938 den Auftrag für weiterer Wandmalereien im Sitzungssaal. Unter dem Titel Kärnten Heimkehr ins Reich entstanden die Anschlussfresken, die unter anderem die NSDAP-Machtübernahme als Höhepunkt der Geschichte darstellten. Von 1945 bis 2000 waren diese Motive mit einer Holzvertäfelung verdeckt. Im Zuge von Restaurierungsarbeiten wurden sie 2000 abgenommen und zwischengelagert. Lobissers Volksabstimmungsfresken von 1928 hingegen befinden sich bis heute im Sitzungssaal des Landhaus Klagenfurt.

 

1943 starb Lobisser in Klagenfurt. Seine Verabschiedung fand im Wappensaal im Landhaus Klagenfurt statt, wobei führende NS-Akteur*innen teilnahmen. In der Trauerrede, die im Völkischen Beobachter vom 6. 10. 1943 zitiert wird, wird neben Lobissers künstlerischem Werk vor allem seine „unwandelbare Liebe und Treue zu Heimat, Volk und Reich“ genannt. Seine Person wird bis heute in mehreren Straßennamen gewürdigt, gleichzeitig gibt es aber auch Gegeninitiativen, die Ehrungen von Switbert Lobisser kritisieren.

 


Weiterführende Links:


Biografie im Österreichischen Biografischen Lexikon, https://biographien.ac.at/oebl/oebl_L/Lobisser_Switbert_1878_1943.xml

Biografie im Austria-Forum, https://austria-forum.org/af/AEIOU/Lobisser,_Switbert_Leo

Bericht zu den (nationalsozialisitsch) belasteten Straßennamen in Villach von Werner Koroschitz, Villach 2019, https://villach.at/getmedia/5c353eb8-3a72-4261-836a-2ddf1c072831/Koroschitz_Bericht_Strassennamen_190429_ALLES-korrMM-2.pdf.aspx

 

 

Wissenschaftliche Literatur:

 

Bericht über eine Ausstellung in der Galerie Magnet, Klagenfurt 2021, Online abrufbar unter: https://kaernten.orf.at/v2/tv/stories/2628138/

Peter Putz, Das Ewige Archiv, Beitrag zu Switbert Lobisser, Online abrufbar unter: https://ewigesarchiv.at/die-erweiterten-lobisser-fresken-%C2%B7-the-enlarged-lobisser-frescoes/

Landesmuseum für Kärnten (Hg.), Lobisser. Ausstellung zum 100. Geburtstag, Klagenfurt 1978

Günther Schmidauer, Lobisser. Vergessen. Ein Essay, Wien 2016

Switbert Lobisser, Das Lobisser Buch, Klagenfurt 1940

Künstlerhaus Klagenfurt (Hg.), Süsse Dauer Süd. 80 Jahre Künstlerhaus, Klagenfurt 1994

 

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