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Wiener Festwochen GesmbH

1951: Neugründung der Wiener Festwochen

„Unsterbliches Wien“ zwischen Sport, Politik und Kunst

Mit einem ambitionierten (Musik-)Theaterprogramm, einer frühsommerlichen Eisrevue, Fahrrad- und Pferderennen sowie einem Auftritt Tiroler Schützen boten die Wiener Festwochen 1951 ein breites Veranstaltungsprogramm, das Österreich auch für internationale Tourist*innen positionierte. Zeitungen berichteten über Sonderzüge aus der Schweiz und Dänemark und sorgten sich über zu knappe Hotelkapazitäten.

 

Im Vorfeld kam es Mitte April zu einer politischen Auseinandersetzung zwischen dem Handelsministerium und dem Wiener Kulturstadtrat um eine Freilichtaufführung der Oper Figaros Hochzeit vor dem Schloss Schönbrunn. Die dafür zu errichtende Holztribüne rief Brandschutzbedenken auf Seiten der dem Ministerium zugeordneten Schlosshauptmannschaft hervor und führte zu einer Absage einenhalb Monate vor Festivalbeginn. Stattdessen choreographierte Grete Wiesethal vor dem Schloss „The good old time“ – A love-story of Old Vienna.

 

Die Wiener Festwochen 1951 waren eine diskursive Mischung aus Opfernarrativen, Reintegration nationalsozialistischer Akteure und Kontinuitätskonstruktion. Kulturstadtrat Mandel zufolge sollten die Festwochen zeigen, was in „Wien, das im April 1945 in Schutt und Blut lag“ in den letzten sechs Jahren kulturpolitisch geleistet wurde. Im auf Englisch publizierten Programmheft wird die Rückkehr nach langjähriger Pause betont und die Jahre dazwischen als „tragic misery“ beschrieben. Wien werde wieder eines der bedeutendsten kulturellen Zentren Europas werden, was es bereits „for about thousand years“ gewesen sei.

 

Neben sechs Opern von Verdi, vier von Mozart und Beethovens Fidelio fand sich auch eine Oper des Komponisten Richard Strauss im Programm. Strauss war von 1933–1935 Präsident der nationalsozialistischen Reichsmusikkammer, komponierte die Olympische Hymne 1936 und wurde 1944 auf die sogenannte „Gottbegnadeten-Liste“ des Reichministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gesetzt. Teil dieser Liste war auch der Dirigent Karl Böhm, mit dessen Beauftragung die Wiener Festwochen an die nationalsozialistische Kulturpolitik anschlossen.

 

Die Wahl des Wiener Rathausplatzes für die Eröffnungsfeier stellte örtliche Kontinuität mit den Festwochen vor 1938 her. Die Eröffnungsansprachen am 26. Mai 1951 hielten Bundeskanzler Leopold Figl und der Wiener Bürgermeister Theodor Körner, der sich gerade im Wahlkampf befand. Einen Tag nach der Festwocheneröffnung gewann er den 2. Wahlgang der Präsidentschaftswahl und wurde der erste direkt gewählte österreichische Bundespräsident.

Jahr
1951
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