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Zwei Männer in Frack stehen auf einer Bühne vor einem dekorativen Vorhang.
Foto: Lothar Rübelt/ÖNB, Bildarchiv und Grafiksammlung

Karl Böhm (1894–1981)

Dirigent und Direktor der Staatsoper in Wien

Böhm zog bereits 1921 nach Deutschland, wo er 1934 Generalmusikdirektor der Dresdner Semperoper wurde. In diese Position kam er nach der Machtübernahme der NSDAP in Deutschland auf Empfehlung Adolf Hitlers. Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde er 1943 Direktor der Wiener Staatsoper. 1944 setzte ihn die NS-Kulturpolitik auf die sogenannte Gottbegnadetenliste. Böhm wurde damit offiziell zu einem der wichtigsten NS-Künstler*innen erklärt und so auch von einem Dienst in der Wehrmacht befreit. Nach dem Ende der NS-Herrschaft erhielt Karl Böhm unter alliierter Kontrolle bis 1947 Auftrittsverbot . Danach festigte er Wiens Ruf als „Mozartstadt“, wobei er an Pläne der NS-Kulturpolitik anknüpfte.

 

1955 kehrte er kurzzeitig als Direktor an die Wiener Staatsoper zurück. Für die damalige Wiedereröffnung des Hauses wählte er zwei Werke, die ideologisch stark mit dem Nationalsozialismus verbunden waren: Am Vormittag eröffnete er in einem Festakt mit der Ouvertüre von Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, einer Oper mit stark antisemitischen Untertönen. Dabei sprach er offen über seine Karriere als Direktor in der NS-Herrschaft. Für die Eröffnungsvorstellung wählte Böhm Beethovens Fidelio, der auch beim offiziellen Gala-Abend zum „Anschluss“ Österreichs 1938 gespielt worden war. Trotz dieser starken Signale wurde Böhm zum Markenzeichen des neuen Österreichbewusstseins als „Kulturnation“, gerade auch durch internationale Tourneen. 

 

 

Weiterführende Links:

 

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Karl_Böhm 

https://www.stadt-salzburg.at/ns-projekt/ns-strassennamen/prof-dr-karl-boehm 

https://www.moz.ac.at/Service/Archiv/Biografisches%20Mosaik/Boehm%2C%20Karl.pdf 

https://topos.orf.at/staatsopernskandal100 

https://www.mediathek.at/onlineausstellungen/staatsvertrag/medien-kunst-und-kultur-der-1950er-jahre/musik/eroeffnung-wiener-staatsoper 

https://benedik.cc/blog/pogrom-und-prügel-der-wiener-heurigen-als-nürnberger-festwiese 

 

 

Wissenschaftliche Literatur:

 

Ulrich Drüner/Georg Günther, Musik und „Drittes Reich". Fallbeispiele 1910 bis 1960 zu Herkunft, Höhepunkt und Nachwirkungen des Nationalsozialismus in der Musik. WienKöln-Weimar 2012. 

Ingo Harden, Böhm, Karl, in: Ludwig Finscher (Hg.) Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil, Bd. 3: Bj – Cal, Kassel / Stuttgart 2000, Sp. 250–251. 

Oliver Rathkolb, Führertreu und gottbegnadet. Künstlereliten im Dritten Reich. Wien 1991. 

Oliver Rathkolb, Schirach. Eine Generation zwischen Goethe und Hitler. Wien 2o2o. 

Salzburger Festspielgeschichte, hg. v. Andreas Müry, Salzburg: Verlag Anton Pustet 2002. 

Fred K. Prieberg, Artikel Böhm, Karl, in: ders., Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945, CD-ROM, 

Auprès des Zombry 2004, S. 602–611. 

Joachim Riedl, Wer war Karl Böhm? In: Die Zeit (2005) H. 47. Online verfügbar unter: http://www.zeit.de/2005/47/au_boehm (am 11.06.2015) 

 

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