Hönck wurde am 8.7.1900 in Slavonice/Zlabings im heutigen Tschechien geboren. Schon früh war er im deutschnationalen Umfeld aktiv: Als 18-Jähriger trat er einer bewaffneten Einheit bei, deren Ziel es war, gegen die Gründung der Tschechoslowakischen Republik zu kämpfen, aber auch gegen politische Gegner*innen und gegen Demokratie („Studentenkorps Znaim“).
Nach einem Umzug nach Wolfsberg in Kärnten wurde er eine zentrale Figur im Wolfsberger Turnverein. 1931 trat Hönck der NSDAP bei, 1932 dann der SS. In diesem Jahr erreichte er, dass der Turnverein den Zablaško jezero/Sablatnig-Sees in Südkärnten erwarb. Nach dem Kauf setzte er bei den Behörden eine offizielle Umbenennung in Turnersee durch, die auch in Landkarten vermerkt wurde. Er errichtete dort ein Schulungslager für den Turnverein und führte während des Verbots der Partei dort nationalsozialistische Schulungen durch – letztlich als Teil der Vorbereitungen zur 1938 erfolgten Machtübernahme durch die NSDAP. Im nahe gelegenen Žamanje/Obersammelsdorf erwarb er einen kleinen Bauernhof.
Ab 1939 setzten sich prominenteste Vertreter der NSDAP dafür ein, dass der Besitz von Karl Hönck am Sablatnig-See deutlich vergrößert würde (SS-Reichsführer Heinrich Himmler und Gauleiter Rainer). Durch Druck auf einheimische Bauern sollten Grundstücke erworben werden, die Partei würde dafür bezahlen. Das Ziel dabei war persönliche Bereicherung verbunden mit rassistischer Politik: In einer Gegend, die nach Einschätzung der Partei und der nationalsozialistischen Behörden nur von slowenischen Menschen besiedelt wäre, sollten nun „deutsche Bauern“ einen „Wehrbauernhof“ erhalten und als „Erbhof“ dauerhaft betreiben. So würde Hönck militärisch gedacht einen Vorposten im „slawischen Süden“ betreiben. Gauleiter Rainer begründete dieses Ziel damit, dass durch die Ansiedlung Höncks als „Wehrbauer“ „das Gebiet bis zu den Karawanken erobert werden“ könnte. Die NS-Kriegspolitik brachte das Vorhaben ins Stocken, Hönck war als Offizier der Deutschen Wehrmacht jahrelang abwesend.
Nach dem Ende der NS-Herrschaft konnte Hönck seine Pläne dennoch verwirklichen – das neu erworbene Grundstück nutzte er schließlich vor allem im Zeichen des aufkommenden Tourismus. Sein Engagement für den Wolfsberger Turnverein war ungebrochen erfolgreich, das Lagergelände am Turnersee wurde kontinuierlich ausgebaut. 1986 wurde es ihm zu Ehren in „Karl-Hönck-Heim“ umbenannt. 2025 gab der Eigentümerverein nach zunehmender öffentlicher Kritik bekannt, „Naturquartier Turnersee“ als neuen Namen für das Heim zu führen, am Namen des Sees aber festhalten zu wollen.
Wissenschaftliche Literatur
Bericht zu den (nationalsozialistisch) belasteten Straßennamen in Villach von Werner Koroschitz, Villach 2019, URL: https://villach.at/getmedia/5c353eb8-3a72-4261-836a-2ddf1c072831/Koroschitz_Bericht_Strassennamen_190429_ALLES-korrMM-2.pdf.aspx
Weiterführende Links
Kein Nazi-Name mehr für Jugendheim, https://kaernten.orf.at/stories/3254479/
Das Hönck-Heim am Turnersee will Nazi-Namen ablegen, https://www.derstandard.at/story/3000000217094/das-hoenck-heim-am-turnersee-wird-entnazifiziert
DÖW - Erkennen - Rechtsextremismus - Neues von ganz rechts - Archiv - Juli 2024 - Identitäre Vorturner, https://www.doew.at/erkennen/rechtsextremismus/neues-von-ganz-rechts/archiv/juli-2024/identitaere-vorturner