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1944: Robert Bernardis und das Attentat des 20. Juli

Ein Österreicher bei der „Operation Walküre“

Robert Bernardis (geb. 1908 in Innsbruck) trat 1928 in das österreichische Bundesheer ein. 1932 wurde er Leutnant der Pioniertruppe und nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 in die deutsche Wehrmacht übernommen. Er absolvierte eine Ausbildung zum Generalstabsdienst und war im Polen- und Frankreichfeldzug der Deutschen Wehrmacht eingesetzt.

Als dritter Generalstabsoffizier (Ic) – d.h. als der für den militärischen Nachrichtendienst zuständige Stabsoffizier – im 51. Armeekorps erlebte er 1941 in Russland die Ermordung von (vor allem jüdischen) Zivilisten und Zivilistinnen mit. Dies dürfte ein wesentliches Motiv für seine Rolle im Widerstand gewesen sein.

Nach einer schweren Erkrankung kam Bernardis, inzwischen Oberstleutnant im Generalstab, 1942 in das Heeresamt in Berlin. Er freundete sich mit Oberstleutnant im Generalstab Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907–1944) an und wirkte bei der Vorbereitung des Umsturzversuchs „Operation Walküre“ mit. Er hatte regelmäßigen Kontakt mit dem Wehrkreis XVII in Wien – am 20. Juli 1944 war Wien neben Paris der einzige Ort, an dem die Ausschaltung der SS- und Parteistellen weitgehend gelang.

Nach dem Scheitern des Attentatsversuchs wurde Bernardis am 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Im Rahmen der nach dem Attentat durchgeführten  "Sippenhaftung" wurden seine Mutter und seine Frau im KZ Ravensbrück inhaftiert, seine beiden Kinder wurden in eine NS-Erziehungsanstalt verschleppt.

Beim Umsturzversuch vom Juli 1944 war Bernardis der einzige Österreicher in führender Position. 2004 errichtete das Bundesheer ihm zu Ehren ein Denkmal auf dem Gelände der heutigen Heeres-Unteroffiziersakademie in Enns.

Jahr
1944
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