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Karl Rahm (1907–1947)

Leiter des KZ Theresienstadt

Karl Rahm wurde 1907 als Sohn eines Bundesbahnbeamten geboren. Er erlernte den Beruf des Maschinenschlossers sowie Eisen- und Metalldrehers. Nach der Lehre war Rahm zumeist arbeitslos. Er engagierte sich in der Metallgewerkschaft und wurde 1925 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Von 1927 bis April 1933 war er Angehöriger des österreichischen Bundesheeres. Danach war er mit Unterbrechungen wieder arbeitslos. Im Februar 1934 trat er der NSDAP und SS bei, beide NS-Organisationen waren seit Juni 1933 in Österreich verboten

 

Nach der NS-Machtübernahme in Österreich war Rahm von Juni bis November 1938 kommissarischer Verwalter in einem beschlagnahmten „jüdischen“ Betrieb. Im Oktober 1938 war Rahm als Angehöriger der Wehrmacht bei der Besetzung der Randgebiete der Tschechoslowakei (sogenanntes „Sudetenland“) beteiligt. Sein Bruder, Franz Rahm, wurde als Kommunist indes im KZ Dachau inhaftiert. Ab Februar 1939 arbeitete Karl Rahm unter Adolf Eichmann bei der Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien. Im Oktober 1940 wurde Rahm zur Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Prag versetzt, wo er zum Stellvertreter von Hans Günther aufstieg. Bis zum Februar 1944 wirkte er dort an der Beraubung der deportierten tschechischen Jüdinnen und Juden mit. 
Am 8. Februar 1944 wurde Karl Rahm als Nachfolger Anton Burgers zum Lagerkommandanten des Ghettos Theresienstadt bestellt. Rahm ließ im Lager „Verschönerungsarbeiten“ durchführen, die die schlimmen Lebensumstände der Ghetto-Häftlinge und die Funktion des Lagers als Sammel- und Durchgangslager für den Weitertransport von Zehntausenden in die Vernichtungslager verschleiern helfen sollten. Im Juni 1944 wurde der Besuch einer Delegation des Internationalen Roten Kreuzes unter Rahms Leitung zur Propaganda missbraucht. Das Lager wurde fälschlich als vorbildliches „Altersghetto“ präsentiert. Diesem Zweck diente auch der NS-Propagandafilm Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet. Mit diesem Film sollten ausländische Berichte über Massenmorde an Jüdinnen und Juden als „feindliche Gräuelpropaganda“ entkräftet und der Welt vorgegaukelt werden, dass die jüdischen Häftlinge in Theresienstadt/Terezín ein angenehmes Leben hätten. Der jüdische Regisseur Kurt Gerron musste die Dreharbeiten unter Karl Rahms Aufsicht leiten. Viele Mitwirkende, darunter Gerron, wurden nach Beendigung der Filmarbeiten in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. Generell nahm die Zahl der Transporte nach Auschwitz unter Karl Rahm erheblich zu. Rahm blieb bis zum 5. Mai 1945 Lagerkommandant. 

 

Bei Kriegsende konnte er flüchten, er wurde in Österreich verhaftet und an die Tschechoslowakei ausgeliefert. In Litoměřice/Leitmeritz verurteilte ihn ein tschechoslowakisches Gericht zum Tode, woraufhin er am 30. April 1947 hingerichtet wurde.

 

 

Weiterführende Links:

 

https://www.ghetto-theresienstadt.de/lexikon/rahm-karl

https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Karl_Rahm

 

Literatur:

 

Ernst Klee, Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt/Main 2005, S. 477. 

Hans Safrian, Eichmann und seine Gehilfen, Frankfurt/Main 1995, S. 53. 

Hans Schafranek, Wer waren die niederösterreichischen Nationalsozialisten? Biografische Studien zu NSDAP-Kreisleitern, SA und SS, St. Pölten 2020 (= Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich; Bd. 42), S. 133 f. 

 

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