Salzburg: Programm der Festspiele
Am 4. Mai 1945 – vier Tage vor Kriegsende – hatten US-amerikanische Truppen Salzburg befreit. Noch im Frühjahr fiel die Entscheidung zur Wiederbelebung der Festspiele. Die Information Service Branch der US-Besatzungsmacht errichtete in Salzburg ihre Zentrale, um den kulturellen Wiederaufbau zu koordinieren. Heinrich Puthon wurde nach sieben Jahren Unterbrechung wieder Festspielpräsident, in einer Situation, die nicht nur wegen der Mangelwirtschaft schwierig war. Viele der KünstlerInnen hatten für den NS-Kulturbetrieb gearbeitet oder waren gar Teil der NS-Elite gewesen.
Zur Festspieleröffnung am 12. August 1945 hielt der US-amerikanische General Clark seine erste öffentliche Ansprache in Österreich. Am Programm standen Hofmannsthal und Mozart. Sechs „Österreichische Abende“ sollten zum Aufbau eines Österreich-Bewusstseins beitragen. Zwei Drittel der BesucherInnen waren Angehörige der US-amerikanischen Armee.