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Friederike Renate Stolz (1913–1989)

Bildhauerin aus Linz

Friederike Renate Stolz war Bildhauerin und ist heute vor allem als Mutter der Grottenbahn auf dem Pöstlingberg in Linz bekannt. Bereits Anfang 1933 versuchte sie, in die NSDAP aufgenommen zu werden, was jedoch wahrscheinlich aufgrund des kurz darauf erfolgten Verbots der Partei in Österreich nicht mehr zustande kam. Bis zur NS-Machtübernahme in Österreich engagierte sie sich in den Folgejahren für die illegale NSDAP und nahm an mehreren Stör- und Propagandaaktionen teil, die sie vereinzelt sogar mitorganisierte. In Anerkennung dieses Einsatzes für den Nationalsozialismus wurde sie schließlich mit dem Beitrittsdatum 1. Mai 1938 in die NSDAP aufgenommen. Ihr künstlerischer Stil, der der Kunstauffassung des Realismus zuordenbar ist, war in der Zeit der NS-Herrschaft populär. 1941 erhielt sie einen Anerkennungspreis beim Gaukulturpreis Oberdonau und gestaltete einen Reichsadler als Schmuck für die Linzer Südbahnhofhalle anlässlich des Besuchs von Joseph Goebbels. 1942 wurde ihr der Ehrentitel Professor h.c. verliehen.


Noch während des Krieges begann sie, als Rotkreuzschwester zu arbeiten, und versorgte in dieser Funktion nach Kriegsende auch ehemalige KZ-Häftlinge. Diese Tätigkeit führte sie auch in ihrem Gnadengesuch an, mit dem sie den gesetzlichen Maßnahmen der Entnazifizierung in Österreich entgehen wollte. In ihrer NS-Registrierung erwähnte sie ihre illegalen Tätigkeiten nicht und wurde schließlich als „minderbelastet“ eingestuft. Nach dem Krieg konnte sie ihre Karriere fortsetzen. 


1947 schuf sie ihr bekanntestes Werk, die neugestaltete Grottenbahn am Linzer Pöstlingberg, mit der der 1945 durch einen Bombentreffer zerstörte Vorgänger ersetzt wurde. Ab den 1950er-Jahren erhielt sie verschiedene Aufträge aus dem In- und Ausland und gestaltete neben Bleiglasfenstern, Mosaiken und Figuren aus Bronze und Stein auch ein Mausoleum und Kriegerdenkmäler. Für ihre Arbeiten wurde ihr 1987 die Anerkennungsurkunde der Stadt Linz und 1988 das Silberne Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich verliehen.

 


Weiterführende Links:
https://www.linz.at/images/files/Stolz_Bio_ueberarbeitet.pdf
https://www.oepb.at/downloads/100%20Jahre%20Grottenbahn.pdf
 

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