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Josef Riegler (1922–1947)

Aufseher im KZ Mauthausen

Josef Riegler wurde am 5. Juli 1922 in Linz geboren, seine Eltern, Josef und Katherina Riegler arbeiteten in einer Fabrik. Wenige Wochen nach der NS-Machtübernahme in Österreich trat Riegler, damals nicht einmal 16 Jahre alt, am 30. April 1938 – mit dem Einverständnis der Eltern – in die SS ein. Riegler erhielt bei der SS-Totenkopf-Standarte 2 in Oranienburg eine militärische Ausbildung. Im September 1939 nahm er als deren Angehöriger am Angriff des deutschen Reichs auf Polen teil, mit dem der Zweite Weltkrieg in Europa begonnen wurde. Im April 1940 beteiligte er sich an der Besetzung Norwegens. Im Sommer 1941 kam er an die Russlandfront, wo er im Dezember 1941 Erfrierungen an beiden Füßen erlitt. Nach einem längeren Lazarett-Aufenthalt wurde er als „Kriegsbeschädigter“ an die „Heimatfront“ versetzt. 

 

Da er den SS-Totenkopf-Verbänden, die auch für die Bewachung der KZ zuständig waren, angehörte, kam er im Februar 1942 in das KZ Mauthausen. Als Blockführer war er für eine bestimmte Baracke (sogenannten Block) zuständig. Zu seinen Aufgaben zählte es, Appelle abzuhalten und Häftlinge zu den Arbeitskommandos einzuteilen. Im Februar 1943 wurde Riegler in das Außenlager Großraming versetzt, wo er Dienst als Rapportführer versah. Als solcher war er dem Schutzhaftlagerführer unmittelbar unterstellt. In dieser Aufgabe übernahm er die tägliche Meldung der Häftlingszahlen, die Leitung der Häftlingsschreibstube, die Diensteinteilung der Blockführer und die Lagerstrafen. Als Rapportführer ließ er häufig Prügelstrafen an Häftlingen vollziehen. Im August 1943 folgte seine Versetzung in das Außenlager Wien-Schwechat, im Oktober 1943 wechselte er in das Außenlager Redl-Zipf. Von dort kam er im Jänner 1944 in das Außenlager Passau, um im Oktober 1944 in das Stammlager Mauthausen zurückzukehren, wo er wiederum als Rapportführer fungierte. Überdies mordete er im Rahmen jener Hinrichtungen im Exekutionsraum im Krematorium des KZ Mauthausen, die von Johann Altfuldisch angeordnet wurden. Beispielsweise war er Mitte November 1944 an der Ermordung von 26 jugoslawischen Häftlingen beteiligt. Der ehemalige Häftlingsschreiber des KZ Mauthausen Hans Maršálek gab später vor Gericht zu Protokoll, dass sich Josef Riegler nach den Exekutionen betrank und in alkoholisiertem Zustand mit den Morden prahlte, für die er verantwortlich war. 

 

Riegler wurde am 13. Mai 1945 von Angehörigen der US-Armee in Vöcklabruck verhaftet und interniert. Exakt ein Jahr später, am 13. Mai 1946, wurde er im Rahmen des Mauthausen-Hauptprozesses in Dachau zum Tod durch den Strang verurteilt und am 27. Mai 1947 in Landsberg am Lech hingerichtet. 

 

 

Wissenschaftliche Literatur:

 

Gregor Holzinger, Josef Riegler, in: Gregor Holzinger (Hg.), Die zweite Reihe. Täterbiografien aus dem Konzentrationslager Mauthausen, Wien 2016 (= Mauthausen-Studien, Bd. 10), S. 127–130. 

Christian Rabl, Am Strang. Die österreichischen Angeklagten in den Dachauer Mauthausen-Prozessen, Wien 2018. 

Florian Freund, Der Dachauer Mauthausenprozess, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.), DÖW-Jahrbuch 2001, Wien 2001, S. 35–66. 

 

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