Josef Vallaster (1910–1943)
Mitarbeit in der Tötungsanstalt Hartheim und Aufseher im Vernichtungslager Sobibór
Der Vorarlberger Josef Vallaster arbeitete 1940–41 beim Aufbau der Tötungsanstalt Hartheim und dann als sogenannter „Brenner“. Er führte die Vergasungen durch und verbrannte anschließend die Leichen. Wie andere Täter*innen in NS-Medizinverbrechen nahm Vallaster danach, ab 1942, an den Massenmorden im besetzten Osteuropa teil und wurde SS-Aufseher im Vernichtungslager Sobibór. Dort töteten ihn jüdische Häftlinge bei einem Lageraufstand.
In Österreich wurde er bis 2009 nicht als Kriegsverbrecher angesehen, sondern als gefallener Soldat geehrt – auf einem Kriegerdenkmal in seiner Heimatgemeinde Silbertal und in den Totenbüchern im Heldendenkmal des Äußeren Burgtors am Wiener Heldenplatz. Im Sommer 2010 wurde in Silbertal das umstrittene Denkmal entfernt und im Herbst 2010 ein neuer Gedenkplatz eröffnet. Auf einer der Tafeln wird nun Josef Vallasters Rolle als Täter von NS-Verbrechen thematisiert. Auch im Äußeren Burgtor wurde 2012 der Name von Vallaster in einem symbolischen Akt aus den Totenbüchern gestrichen.
Weiterführende Links:
https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_V/Vallaster_Josef_1910_1943.xml
https://gams.uni-graz.at/o:derla.vor113