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Bericht im Grazer Tagblatt, 8.11.1894 Österreichische Nationalbibliothek
Schulschließungen wegen Seuchen –
Ein regionales Beispiel aus der Oststeiermark

Von Mitte Oktober bis Mitte November 1918 wurden in weiten Teilen der Habsburgermonarchie die Schulen gesperrt. Die rasante Ausbreitung einer Grippe-Pandemie hatte diesen Schritt notwendig gemacht. Die Maßnahme war aber in einer Gesellschaft, in der beispielsweise auch zu Erntezeiten Ferien angesetzt waren, damit SchülerInnen in der Landwirtschaft dringende Arbeiten leisteten, nicht umstritten.

Den Unterricht auszusetzen war für die Zeit aber alles andere als ungewöhnlich. Ein Blick in Schulchroniken zeigt, dass die vielen Seuchen der Zeit, aber auch extreme Schneefälle immer wieder dazu führten, dass Schulen vorübergehend ganz geschlossen wurden. Getroffen wurden solche Entscheidungen meist vor Ort von der jeweiligen Schulleitung, die sie von den Bezirksschulräten als zuständige Verwaltungsbehörde genehmigen ließ.

 

Ein Beispiel dafür ist die Volksschule Edelsbach bei Feldbach, die etwa 1905 wegen „Masernferien“ das erste Semester (damals bis Ende September) um eine Woche verfrüht beenden musste, nachdem bereits Ende August eine Woche schulfrei gegeben worden war. Um die Verbreitung ansteckender Krankheiten einzudämmen, wurde die Schule oder fallweise auch einzelne Klassen vor allem dann gesperrt, wenn eine rasche Ausbreitung beobachtet wurde oder eines der Kinder des Lehrers, der samt Familie im Schulgebäude wohnte, erkrankt war.

 

Aus heutiger Sicht ist überraschend, wie häufig dies der Fall war: 1879 kam es etwa zu einer mehrwöchigen Schulschließung wegen Diphterie, Scharlach und Masern, 1899 wurde die Schule sechs Wochen wegen Masernepidemie geschlossen, 1900 wegen Scharlach, zwei Wochen und wegen Keuchhusten noch einmal drei Wochen oder 1921 wegen Blattern (Pocken) für eine Woche. 1920 und 1928 mussten die SchülerInnen aufgrund einer Welle an Infektionen zuerst mit Mumps und Masern, schließlich mit Diphterie im Sommer mehrere Wochen zu Hause bleiben. Immer wieder waren auch Tote zu beklagen: 1928 waren eine Schülerin der ersten Klasse und ein Schüler der dritten Klasse an den Erkrankungen verstorben. 1936 gab es eine bezirksweite Schulschließung wegen Kinderlähmung, 1947 sogar landesweit. Versäumte Unterrichtszeit musste jeweils an freien Tagen nachgeholt werden.

 

Der leitende Lehrer in Edelsbach hielt angesichts dieser Erfahrungen schon 1898 in der Chronik der Schule fest: „Es ist überhaupt eigenthümlich, daß kein Jahr verfliegt, in welchem nicht irgendwelche Kinderkrankheit epidemisch auftritt.“ Durch die Verbesserung der Infrastruktur und der Hygiene, vor allem aber nach der Erfindung von Schutzimpfungen und Medikamenten wurden diese Bedrohungen weitgehend beseitigt und einst lebensgefährliche Seuchen verloren ihren Schrecken.

 

 

Literatur

Waltraud Froihofer: Edelsbach bei Feldbach. Eine Ortsgeschichte. Edelsbach 2018.

 

Quellen aus dem Archiv der Volksschule Edelsbach:

„Schul-Chronik, Anfang–1941“

„Schulchronik vom 8. Mai 1945 bis 1964/65“

Jahr
1918
AutorInnen