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Perspektive MuseumsQuartier: Der künftige Standort des hdgö

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2018 ist das Haus der Geschichte Österreich in der Neuen Hofburg am Wiener Heldenplatz beheimatet. Aufgrund der begrenzten Flächen wurde die Frage nach einem langfristigen, räumlich erweiterten Standort von Beginn an gestellt, um die Weiterentwicklung des Museums zu ermöglichen.

 

Ende 2023 präsentierten Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer und Finanzminister Magnus Brunner die Entscheidung, das hdgö ins MuseumsQuartier zu übersiedeln. Diese war gemeinsam mit ÖNB-Generaldirektorin Johanna Rachinger und MQ-Geschäftsführerin Bettina Leidl erarbeitet worden. Grundlage war eine von BWM Designers & Architects erstellte Machbarkeitsstudie, die die Umnutzung eines bestehenden, denkmalgeschützten Gebäudes an der Mariahilfer Straße vorsieht. Ergänzt werden wird dieses durch einen neuen Erschließungsbau im Innenhof. Die Adaptierung eines historischen Bestandsgebäudes mit gezielten baulichen Ergänzungen soll die Ausstellungsflächen, Vermittlungs- und Veranstaltungsflächen erweitern, Büroflächen, Lager und Depots wären an einem anderen Standort untergebracht. Das Berliner Büro O&O Baukunst konnte den Architekturwettbewerb für sich entscheiden, den die Bauherrin MuseumsQuartier Errichtungs- und BetriebsgesmbH auslobte.

 

Im Jahr 2025 wurde das Projekt vor dem Hintergrund der budgetären Situation des Bundes und einer breiten öffentlichen Debatte erneut geprüft. Fragen nach der Bedeutung des bisherigen Standorts am Heldenplatz, nach erinnerungspolitischen Kontexten sowie nach den Rahmenbedingungen eines neuen Museumsorts wurden intensiv diskutiert. Diese Auseinandersetzungen spiegeln die gesellschaftliche Relevanz des Museums und seiner Themen wider.

 

Im Jänner 2026 bestätigte Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler nach einer ministeriumsinternen Evaluierung die Pläne für den Standort im MuseumsQuartier und das – im Regierungsprogramm festgehaltene – Ziel eines hdgö als eigenständigem Bundesmuseum. Die architektonische Entwurfsplanung ist weitgehend abgeschlossen, die bauliche Umsetzung steht jedoch weiterhin unter dem Vorbehalt einer gesicherten Finanzierung. Ein konkreter Zeitplan für die Übersiedlung liegt daher derzeit nicht vor. Das hdgö führt die museologisch-inhaltliche und betriebliche Vorarbeit konsequent weiter. Das Team arbeitet intensiv an der Neukonzeption der künftigen Hauptausstellung und hat im vergangenen Jahr 2.672 Seiten an baulichen Planungsunterlagen analysiert und umfassend kommentiert. Auf absehbare Zeit bleibt das Museum an seinem bestehenden Standort in der Neuen Hofburg verankert und bietet dort weiterhin ein umfassendes analoges und digitales Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm.


Als Zeitgeschichtemuseum dokumentiert das hdgö dabei auch die eigene Entwicklung. Die Diskussionen um Standort, Raum und Auftrag sind Teil jener Geschichte, die das Museum selbst erzählt: ein Prozess, in dem gesellschaftliche Erwartungen, politische Entscheidungen und institutionelle Perspektiven aufeinandertreffen. Der geplante Standort im MuseumsQuartier eröffnet langfristig neue Möglichkeiten. Bis zu seiner Realisierung bleibt das hdgö ein aktiver Ort der Auseinandersetzung am Heldenplatz sowie im digitalen Raum – und entwickelt zugleich die Grundlagen für die Zukunft weiter.