1918: Republiksgründung in Sigmund Freuds Kalender
Ereignisse in Stichworten des Psychoanalyse-Gründers
Der Kalender des Psychoanalytikers Sigmund Freud aus dem Jahr 1918 zeigt, wie stark Privates und Politisches vermischt ist. Der Erste Weltkrieg hatte Freud verändert: Aus dem anfänglichen Befürworter der Habsburgermonarchie wurde ein Skeptiker, nicht zuletzt aufgrund der Kriegs- und Fronterfahrungen seiner drei Söhne. Das Ende des Ersten Weltkriegs , den Zusammenbruch der alten Reiche und die Entstehung zahlreicher neuer Staaten in Europa vom Herbst 1918 verfolgte Freud aufmerksam. „Weder dem Österreich noch dem Deutschland“ weine er, wie er in einem anderen Text schrieb, „eine Träne nach“. Im Moment der Ausrufung der Republik am 12. November 1918 dürfte auch er vor dem Parlament gewesen sein, wie ein Eintrag in seinem Kalender nahelegt.
Alle Bilder aus der Manuscript Division, Library of Congress, Washington, D.C.
Transkription der Einträge im November 1918
1. Tisza ermordet. Verkehr mit Deutschland u Ungarn unterbrochen.
2. Oli zurück, Republik in Bulgarien?
3. Waffenstillstand mit Italien Krieg zu Ende!
4. Nobelpreis abgethan – Stiftungsbrief Barczy.
5.
6. Revolution in Kiel
7. Bayern in Salzburg und Tirol
8. Republik in Baiern!! Verkehr Deutschl. unterbrochen.
9. Republik in Berlin – Wilhelm abgedankt.
10. Ebert Reichskanzler Waffenstillstandsbedinggen
11. Kriegsende – K. Karl verzichtet – V. Adler † Ballin †
12. Republik u Anschluss an Deutschland – Panik mitgemacht.
13.
14.
15.
16. Republik in Ungarn
17.
18.
19.
20.
21. Martin seit 27 Okt Gefangenschaft.



























