Zum Warenkorb
Weiter einkaufen
Tickets auswählen

Eintritt Erwachsene
Eintritt Gruppe ab 10 Personen
Eintritt Familie
Jahreskarte




Zurück
Anzahl wählen

Eintritt Erwachsene
€ 8.00 / Stk.

Ab 10 Einzelkarten empfehlen wir die ermäßigten Gruppenkarten, wenn Sie als Gruppe kommen!

Bitte Menge auswählen

Zum Warenkorb hinzufügen
Zurück
Anzahl wählen

Familienkarte
€ 13.00 / Stk.
Anzahl der Kinder



Bitte wählen Sie die Anzahl der Kinder aus

Zum Warenkorb hinzufügen
Zurück
Anzahl wählen

Eintritt Gruppe ab 10 Personen
€ 6.00 / Stk.

Bitte mindestens 10 Stück auswählen

Zum Warenkorb hinzufügen
Zurück
Jahreskarte Personalisieren

Jahreskarte
€ 15.00 / Stk.
Vorname*:

Nachname*:

Geburtsdatum*:

E-mail:



Bitte alle Pflichtfelder(*) ausfüllen!

Zum Warenkorb hinzufügen
Zurück
OK
OK
Heute im hdgö

Inhalte werden geladen
Österreichische Nationalbibliothek
1923: Der "Deutsche Klub" mietet sich in der Hofburg ein
Zentraler Treffpunkt einflussreicher Deutschnationaler

1908 als eine Art Dachorganisation deutschnationaler Korporationen gegründet, wurde der „Deutsche Klub“ spätestens mit dem Ersten Weltkrieg zu einem politisch höchst einflussreichen Verein, der ab 1923 sogar in der Hofburg residierte. Seine stets rund 1000 Mitglieder spielten eine lange unterschätzte Rolle in der Vorbereitung der nationalsozialistischen Machtübernahme. Danach übernahmen Klubmitglieder zahllose Spitzenpositionen in der NS-Herrschaft, ehe der Klub 1939 der NS-Führung zu mächtig wurde.

In diesem Teil der Hofburg hatte der „Deutsche Klub“ im Halbstock (unter den hohen Fenstern) mehrere Räume gemietet. Ab 1930 und vor allem in den Jahren des Austrofaschismus war der elitäre Verein eine Brutstätte der NS-Bewegung in Wien, die bis vor kurzem so gut wie unerforscht war
Foto: Klaus Taschwer

Sein ursprünglicher Zweck war es, die Spannungen zwischen den verschiedenen deutschnationalen Burschenschaften und Korporationen abzubauen, deren Vertreter einander bis dahin vor allem wegen der Frage der Mensuren und des Waffengebrauchs in den Haaren gelegen waren. 1919 hatte der „Deutsche Klub“, der nur Männer aufnahm, die er als „arisch“ verstand, bereits rund 1000 Mitglieder (das war auch die informell festgesetzte Maximalzahl). Sie stammten in erster Linie aus dem BürgerInnentum und dem Adel. Besonders stark vertreten waren höhere Beamte und Juristen, Kaufleute und Fabrikanten, darunter viele Großindustrielle sowie Hochschullehrer. Der Akademikeranteil lag bei fast zwei Drittel.

 

1923 übersiedelte der „Deutsche Klub“ in den Leopoldinischen Trakt in der Hofburg, wo der Verein unter anderem über einen etwa 100 Personen fassenden Veranstaltungssaal verfügte. Explizit parteipolitische Fragen wurden bei den regelmäßigen Veranstaltungen zwar ausgespart. Themen wie „Die Wirtschaftsmacht des Judentums in Österreich“ oder „Rassenhygiene und menschliche Vererbungslehre“ (beide 1924) machen aber klar, wofür man politisch stand. Schriftliche Zusammenfassungen der Vorträge wurden in der Vereinszeitung, den Mitteilungen des „Deutschen Klubs“, veröffentlicht.

In den „Mitteilungen des „Deutschen Klubs“ finden sich ab Mitte der 1920er Jahre regelmäßig antisemitische Einschaltungen.
Österreichische Nationalbibliothek

Der Polizeidirektion Wien gab der explizite Antisemitismus und Deutschnationalismus im Klub damals noch keinen Grund zur Sorge: So heißt es in einem Bericht aus dem Jahr 1925, dass der Verein „keine extremen politischen Ziele“ verfolge. Immerhin gehörten dem Verein früher oder später mindestens zehn Mitglieder der sogenannten Bürgerblockregierungen aus Christlichsozialen und Deutschnationalen an, die meisten aufseiten der Deutschnationalen.

 

Der „Deutsche Klub“ spielte eine wichtige Rolle in der Vorbereitung des „Anschlusses“ 1938, viele seiner Mitglieder übernahmen Führungspositionen in der NS-Herrschaft. Nach 1945 wurde er neu gegründet.

 

Weiterführende Links zum „Deutschen Klub“:

 

Mehr zur Geschichte des politisch einflussreichsten Vereins im Österreich der 1930er Jahre im Buch „Der ‚Deutsche Klub‘. Austro-Nazis in der Hofburg“.

 

Eine Leseprobe des Buches finden sie hier:

Dieser Text erschien in einer älteren und längeren Fassung in der Zeitschrift zeitgeschichte, 44/2 (2017), 78–97

 

Weitere Info auf anderen Seiten finden sie HIER.

Jahr
1923
Autor*innen