Karl Heinrich Waggerl (1897–1973)
Schriftsteller in Salzburg
Ab 1933 veröffentlichte Waggerl offen antisemitische Werke, 1936 trat er dem nationalsozialistischen Bund der deutschen Schriftsteller Österreichs bei. Nach der NS-Machtübernahme in Österreich 1938 wurde er Mitglied der NSDAP und ab 1939 hochrangiger Mitarbeiter der für Schriftsteller*innen zuständigen Stelle des Gaus Salzburg.
Waggerl wurden nach Kriegsende von alliierten Behörden inhaftiert. Nach seiner Begnadigung 1948 verschob er seinen Schwerpunkt hin stark zu christlichen Themen. In den Jahren, in denen die katholische Kirche nach der NS-Unterdrückung wieder zur bestimmenden Institution wurde, war darin auch eine Unterwerfung zu erkennen. Besonderen Erfolg hatte Waggerl mit der Idee der Salzburger Adventsingen. Die Inhalte, die er dafür entwickelte, bestimmen bis heute weit verbreitete Vorstellungen von vermeintlich traditioneller Weihnachtsstimmung in Österreich. Er erhielt zahlreiche Ehrungen für seine Gedichte, seine Bücher wurden Bestseller. Ende der 1950er Jahre trat er erneut mit antisemitischen Äußerungen an die Öffentlichkeit.
Weiterführende Links:
https://www.stadt-salzburg.at/ns-projekt/ns-strassennamen/karl-heinrich-waggerl