Wilhelm Beiglböck (1905–1963)
Arzt im KZ Dachau
Wilhelm Beiglböck stammte aus einer Ärztefamilie und schloss sein eigenes Medizinstudium 1932 als Doktor ab. 1939 erlangte er die Lehrbefugnis an der Universität Wien, 1944 wurde er außerordentlicher Universitätsprofessor dort. Als Medizinstudent war Beiglböck Mitglied einer deutschnationalen Burschenschaft geworden und engagierte sich als Mitglied der NSDAP. 1934 trat er in die SA ein, obwohl diese schon ein Jahr illegal war Mitglied.
Wie viele andere Ärzt*innen in der NS-Herrschaft nutzte der Niederösterreicher das System der Konzentrationslager für Forschung unter unmenschlichsten Bedingungen. So führte er medizinische Versuche zur Trinkbarkeit von Meerwasser an Häftlingen im KZ Dachau durch, um herauszufinden, wie abgestürzte deutsche Flieger länger überleben könnten, wenn sie im Meer schwimmen. Als Versuchspersonen wählte er überwiegend Roma aus, die an den qualvollen Experimenten oft verstarben.
Nach 1945 wurde er im Nürnberger Ärzteprozess zu 15 Jahren Haft verurteilt, jedoch bereits 1951 durch die Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin begnadigt. Daraufhin konnte er seine Karriere als Internist ungehindert fortsetzen.
Weiterführende Links:
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wilhelm_Beiglb%C3%B6ck
https://www.dgim-history.de/biografie/Beiglböck;Wilhelm;1639