Der gebürtige Wiener Paul Scherpon war ab 1933 leitender Beamter der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur in der Bezirkshauptmannschaft Amstetten. Dort war er noch bis kurz vor dem „Anschluss“ bemüht, Aktivitäten der illegalen NSDAP zu unterbinden.
Nach der Machtübernahme der NSDAP blieb Scherpon leitender Beamter, wurde Mitglied in der nationalsozialistischen Partei und arbeitete für deren Verwaltung. Er beteiligte sich an der Verfolgung der einheimischen Roma und Romnija und warnte andere Behörden vor wachsendem Mitleid der Bevölkerung gegenüber jüdischen Zwangsarbeiter*innen. Nach Kriegsende wurde Scherpon seines Amtes enthoben. Er trat im Herbst 1945 der SPÖ bei. 1955–1965 war er für diese im Gemeinderat und 2. Vizebürgermeister von Amstetten.
Weiterführende Links:
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/Stadt-verehrt-Wendehals-Paul-Scherpon-faellt-Amstetten-zur-Last;art68,1360864
https://www.derstandard.at/story/1397301944210/das-braune-erbe-der-amstettner-roten
https://www.noen.at/amstetten/landrat-scherpon-war-mitwisser-ehrenbuerger-scherpon-landrat-nazi-verbrechen-aberkennung-4112605