Hiltscher war schon in den 1920er-Jahren, zu einem sehr frühen Zeitpunkt, Mitglied der NSDAP. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde er Richter am Kreisgericht Korneuburg, ein Jahr später Landgerichtsdirektor in Wien. An der Verfolgung von Gegner*innen des Nationalsozialismus war er als Richter des Volksgerichtshof mitverantwortlich, dem politischen Tribunal der NS-Unrechtsjustiz. Im April 1943 wurde er zur Wehrmacht eingezogen.
Nach Kriegsende wurde er vorerst aus dem Justizdienst entlassen. 1951 wurden alle Maßnahmen gegen ihn zurückgenommen, er arbeitete wieder als Richter. 1966 beteiligte er sich am Aufbau der Bundesentschädigungskommission, die Sachschäden durch alliierte Soldaten mit Zahlungen ausglich. 1969 erhielt er das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
Wissenschaftliche Literatur:
Stefan Wedrac, Die politische Einstellung der Richter des Präsidiums und des Geschäftsbereiches Zivil- und Handelssachen des Landgerichts Wien 1942, Versuch einer Kollektivbiographie, in: Beiträge zur Rechtsgeschichte Österreichs 2017, online verfügbar unter: https://austriaca.at/0xc1aa5572%200x00373a33.pdf