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Foto: vermutlich Karl Koncki, Wien, 1945, Archiv der Dombauhütte St. Stephan

Schuttberge am Stephansplatz. Erste Aufräumarbeiten

Zehn Tage nach dem Brand des Stephansdoms begannen am 23. April 1945 bereits die ersten Aufräumarbeiten, die durch teils anonyme, teils in Auftrag gegebene Fotografien dokumentiert sind. Die Bilder aus dem Jahr 1945 zeigen neben Männern und Frauen auch Jugendliche und Kinder bei der Arbeit. Aufgrund fehlender Transportmittel war der Abtransport der Schuttmassen 1945 nicht möglich, sodass sich hohe Schuttberge am Areal vor dem heutigen Dom Museum bildeten. In einem Schreiben vom 23. Mai 1946 bat das Bauamt der Erzdiözese die zuständigen Stellen um den Abtransport der Schuttmassen, da der Einsturz der darunterliegenden Gewölbe der Katakomben drohte. Bis 1948 wurden mithilfe der Alliierten insgesamt 7.000 Tonnen Schutt von der Großbaustelle abtransportiert. 

Aktuelle Beiträge in Kinos („Wochenschau“) zeigen die Kriegsschäden in Wien von der Turmspitze aus für ein Publikum in ganz Europa. Die exakt gleichen Bilder wurden von den Nachrichten der Westalliierten und der Sowjetunion verwendet. In beiden Beiträgen steht die technische Leistung und der Wagemut der Kameramänner im Vordergrund, die Zerstörungen werden mit keinem Wort erwähnt. 

Dass es sich um eine gotische Kathedrale handelt, wird überhaupt nur im Beitrag für das polnische Kinopublikum festgestellt. Aber auch hier werden die sichtbaren Folgen des Krieges in der Stadt und am Dom übergangen.