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Foto: © Markus Wörgötter
Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg

Kriegsfotos von Wehrmachtsoldaten, aufbewahrt in Schachteln und Alben, finden sich noch immer in Schränken, Kellern und auf Dachböden vieler deutscher und österreichischer Familien. Die visuellen Erinnerungen aus den unterschiedlichen Frontabschnitten und Regionen in den eroberten Ländern Europas und Nordafrikas wurden häufig in speziell von der Fotoindustrie vorgefertigte Kriegsalben geklebt. Deren Einband war mit Symbolen der Wehrmacht und des NS wie Stahlhelm, Hakenkreuz, Reichsadler versehen.

 

Viele Alben bringen Fotos unterschiedlichster Herkunft zusammen: Selbst aufgenommene Schnappschüsse, Bilder von Kameraden neben Abzügen professioneller Fotografen der Propaganda-Kompanien oder auch gekauften Sammelbildern von Sehenswürdigkeiten. Der private Blick der Soldaten konnte von der Ideologie der Bildpropaganda des NS abweichen, häufig aber wurde deren Ästhetik und Aussage imitiert. Zufällige Details und Spuren eigener Erfahrung blieben auf diesen sogenannten Knipserbildern sichtbar und spiegelten die Unterschiedlichkeit der Fronterfahrungen stärker als die offiziell gewünschte Bildpolitik. Der subjektive Blick der Soldaten zeigt den Erfahrungsraum des Einzelnen und dokumentiert, wie der Krieg gesehen wurde, nicht, wie er war. Das Album strukturiert und konstruiert die Erinnerungen. Mit den Bildunterschriften, den schriftlichen Kommentaren und mit der Montage der Fotos ergeben sich sehr persönliche Erzählungen und subjektive Interpretationen des Krieges, die Hinweise auf die Mentalitäten der Soldaten vermitteln können.

Jahr
1939
Autor*innen