Kahlich-Könner war ab 1932 Mitglied der NSDAP und Mitarbeiterin am Anthropologischen Institut der Universität Wien. Dabei nahm sie schon ab 1938 teil an scheinwissenschaftlichen, rassistischen Untersuchungen von jüdischen Menschen in einem Wiener Pflege- und Altenheim. Sie arbeitete als Gutachterin in Vaterschaftsprozessen und bei der Erstellung von NS-„Rassengutachten“. Ab 1942 beteiligte sie sich an „rassenkundlichen“ Vermessungen von jüdischen Menschen im nationalsozialistischen Ghetto Tarnow in Polen. Beinahe alle der in dieser Studie untersuchten Menschen wurden anschließend ermordet.
Dora Kahlich-Könner wurde 1945 an der Universität entlassen, war aber weiterhin als gerichtsmedizinische Gutachterin zur Feststellung von Vaterschaft tätig. Ab 1959 war sie Assistentin eines Gerichtsmediziners und über das Institut für Blutgruppenforschung wieder an der Universität Wien tätig.
Weiterführende Links:
https://hdgoe.at/der-kalte-blick
https://raumforscherinnen.at/frauen/dora-maria-kahlich-koenner/
Wissenschaftliche Literatur:
Margit Berner, Letzte Bilder. Die „rassenkundliche“ Untersuchung jüdischer Familien im Ghetto Tarnów 1942, Berlin 2020.