Die Karriere Franz Stangls als NS-Verbrecher begann als Verwaltungs- und Büroleiter in der Tötungsanstalt Hartheim bei Linz. Hier war er für die Organisation sowie für die Tarnung und Vertuschung der Morde zuständig. Sein dort erworbenes Wissen setzte er später als Lagerkommandant in den Vernichtungslagern Sobibor und Treblinka ein.
Nach Kriegsende floh er mithilfe des österreichischen Bischofs Alois Hudal nach Syrien und Brasilien. Erst 1967 konnte Stangl auf Betreiben Simon Wiesenthals festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert werden, wo er zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Er starb 1971 in Haft.
Weiterführende Links:
https://simon-wiesenthal-archiv.at/historie/dokumentationszentrum/beispiele-wichtiger-faelle/
Wissenschaftliche Literatur:
Anders Otte Stensager, Franz Stangl – Der Lagerkommandant von Sobibór und Treblinka. Eine Biografie, in: Historische Texte des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim, Band 7, 2025.
Florian Gregor, Franz Stangl (1908–1971). Leben – Biografische Erzählung – Rezeption. Annäherungen an einen NS-Täter, in: Studien zu Holocaust und Gewaltgeschichte, Band 9, 2025.