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Hintergrundinfos zur Biografiensammlung „Österreichische Akteur*innen des Nationalsozialismus“

ZURÜCK ZU DEN BIOGRAFIEN

 

Für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Verbrechen ist eine würdigende Erinnerung an die Opfer ebenso von Bedeutung wie ein analytischer Blick auf Täter*innen und weitere Akteur*innen in der NS-Herrschaft. 

Wir dokumentieren hier Biografien, die zeigen, wer den Nationalsozialismus in Österreich wie durchsetzte, aufrechterhielt und die NS-Ideologie nach der Befreiung 1945 weiter wirksam machte. Mit unserer Auswahl möchten wir betonen, wie breit die NS-Herrschaft in der Gesellschaft verankert war: Nicht nur durch Soldaten, Polizisten, Richter und Ärzt*innen, sondern auch durch Schauspieler*innen, Künstler*innen, Bergsteiger*innen und Schriftsteller*innen. Genauso nennen wir wenig bekannte Menschen, die zur Verfolgung und Gewalt beitrugen. Diese Biografien sind Beispiele und nicht nach ihrer Bekanntheit oder Wichtigkeit ausgewählt – zum Teil sind diese Lebensgeschichten auch Teil unserer aktuellen Hauptausstellung im Haus der Geschichte Österreich in der Neuen Hofburg am Wiener Heldenplatz.

 

Wir zeigen hier auch Beispiele für Personen, die trotz ihres Einsatzes für das NS-Regime nach 1945 und dem Ende der NS-Herrschaft weiterhin in ihrem Berufsfeld wirken konnten – auch darunter bewusst nicht nur berühmte Persönlichkeiten. Das schließt auch Menschen ein, die von ihren NS-Karrieren sogar nach dem Ende der NS-Herrschaft weiter profitierten, die mit ihrer antidemokratischen Haltung Institutionen prägten oder die zu Vorbildern wurden. Gerade auf lokaler Ebene und im persönlichen Kontakt konnten viele ehemalige Nationalsozialist*innen starken Einfluss auch auf junge Menschen ausüben, zum Beispiel als Lehrer*in oder Erzieher*in.

 

Die Sammlung an Biografien soll ständig erweitert werden. Wenn Sie eine Biografie ergänzen möchten oder einen anderen Vorschlag haben, schreiben Sie uns bitte gerne an feedback@hdgoe.at.


Weitere Ressourcen zu österreichischen NS-Akteur*innen finden Sie auf den Webseiten anderer Institutionen: Zur Übersicht der externen Angebote.

 

Historische Hintergründe der Biografien

 

Personen, die sich für die nationalsozialistische Bewegung und die NS-Herrschaft engagierten, kamen aus unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft, hatten unterschiedliche Bildungswege und Berufe. Viele Biografien sind von der Phase geprägt, in der die Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur die NSDAP verboten hatte, engagierte Nationalsozialist*innen flohen teils nach NS-Deutschland. Genauso dienten Menschen jedoch der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur oder unterstützten sie sogar, während sie gleichzeitig mit der NS-Bewegung sympathisierten oder sogar für sie arbeiteten. Mit der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialist*innen im März 1938 entbrannte auch ein interner Konflikt um Ämter und Einfluss, während rasch und durch die aktive Mitarbeit breiter Teile der Gesellschaft ein Gewalt-Staat errichtet wurde.

 

Nach dem Ende der NS-Herrschaft 1945 mussten sich ehemalige Mitglieder der nationalsozialistischen Partei und ihrer Organisationen registrieren – das waren in Österreich mehr als eine halbe Million Menschen. Diese sollten keinen Einfluss in der Öffentlichkeit mehr haben. Sie wurden von vielen Berufen, von Führungspositionen und auch vom Wahlrecht ausgenommen. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und um nicht eine große Bevölkerungsgruppe von der demokratischen Entwicklung auszuschließen, änderte sich das bald:  1948 wurde für 92% von ihnen jede Einschränkung aufgehoben. Dadurch konnten auch überzeugte Nationalsozialist*innen in höchste Ämter gelangen. Im Gegensatz dazu gab es keine Bemühungen oder Regelungen in Österreich, Menschen die von der NS-Herrschaft verfolgt und vertrieben wurden, nach Österreich zurückzuholen. Es gab erste Restitutionen, die aber oft halbherzig oder nicht durchgeführt wurden. Für manche Opfergruppen setzte sich die Diskriminierung auch nach 1945 fort und es wurde ihnen keine Entschädigung für erlittene Gewalt und Unrecht zugesprochen. Weitere Informationen und Materialien zum Weiterwirken der NS-Ideologie finden Sie in unserer Themensammlung zu NS-Kontinuitäten.

 

Credits zur Biografiensammlung „Österreichische Akteur*innen des Nationalsozialismus“

 

Direktorin hdgö: Monika Sommer

Konzept und Redaktion: Stefan Benedik, Franziska Winkler

Produktion: Andreea Dosa

Englische Übersetzung: Erika Doucette, Joanna White

Lizenzmanagement: Tanja Jenni

Besonderer Dank an: Marion Krammer, Oliver Rathkolb, Caroline Schenk, Peter Schwarz, Margarethe Szeless, Florian Wenninger