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Josef Fitzthum (1896–1945)

Leitender Polizist in Wien und Albanien

Josef Fitzthum wurde am 14. September 1896, als Sohn eines Gutsverwalters im Bezirk Gänserndorf geboren. Er besuchte verschiedene Militärschulen in der Habsburgermonarchie und war als Offizier im ersten Weltkrieg an der italienischen Front eingesetzt. Er arbeitete als Hilfskraft in Büros und als Sekretär der staatlichen Kunstgewerbeschule in Wien. Von dort wurde er jedoch wegen Veruntreuung von Geldern 1933 entlassen, gerichtlich verurteilt und inhaftiert.

 

Bereits im April 1931 war Fitzthum der NSDAP, im Mai 1932 der SS beigetreten, wo er rasch in Führungsfunktionen gelangte. Er war an Terroranschlägen beteiligt, mit denen die Nationalsozialist*innen die Grundfesten von Gesellschaft, Demokratie und den österreichischen Staat erschüttern wollten. Für den Tränengasanschlag auf das Kaufhaus Gerngroß in der Wiener Mariahilferstraße 1932 kam Fitzthum in Untersuchungshaft, aus der er jedoch flüchtete. Im April 1934 wurde er erneut verhaftet und u.a. im Anhaltelager Wöllersdorf interniert. Ein Hungerstreik brachte ihn im Frühjahr 1935 in das Franz-Josef-Spital, von wo aus er mit Unterstützung von SS-Kameraden entkommen konnte und in das Deutsche Reich flüchtete. Dort arbeitete er bis 1938 als hauptamtlicher SS-Führer. 

 

Nach der NS-Machtergreifung in Österreich im März 1938 erhielt Fitzthum einerseits Funktionen, die rein symbolisch waren (Mitglied des Großdeutschen Reichstags und Ratsherr der Stadt Wien). Andererseits kam er aber als Polizeivizepräsidenten von Wien in eine Machtposition. Diese Position nutzte er dazu, alte Freunde aus der Wiener SS zu begünstigen, wenn es darum ging, das Raubgut von Wiener*innen zu verteilen, die als jüdisch verfolgt wurden. Er wurde wegen dieser Art von Korruption als Polizeivizepräsidenten abgesetzt und zur Waffen-SS einberufen. 

 

Nun begann Fitzthum eine zweite militärische Karriere. Im April 1940 war er noch im Umfeld der Verwaltung der Konzentrationslager eingeteilt, ab Herbst 1941 war Fitzthum Offizier in einem SS-Infanterieregiment. Von April 1942 bis Mai 1943 stellte er Freiwilligen-Verbände der Waffen-SS in den Niederlanden und Flandern zusammen. Im Oktober 1943 stieg er zum Offizier von SS und Polizei in Albanien – das Land war nach dem Zusammenbruch des faschistischen Italien nationalsozialistisch besetzt worden. Dort wurde Fitzthum zum Inbegriff des NS-Terrors: Er führte einen gewalttätigen Kampf gegen Partisan*innen und setzte gezielt Gewalt gegen die Zivilbevölkerung ein. Aus den Einheimischen stellte er auch eigene Waffen-SS-Verbände zusammen.

 

Knapp vor dem Ende der NS-Herrschaft verunglückte Fitzthum am 10. Jänner 1945 tödlich bei einer Dienstfahrt südlich von Wien. 

 

 

Weiterführende Links:

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Josef_Fitzthum

 

 

Wissenschaftliche Literatur:

 

Ruth Bettina Birn, Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten, Düsseldorf 1986, S. 333, S. 356 f. 

Wolfgang Graf, Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen, Klagenfurt–Ljubljana–Wien 2012, S. 184–187, S. 253–256, S. 409–411. 

Ernst Klee, Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt/Main 2007, S. 154. 

Hans Schafranek, Wer waren die niederösterreichischen Nationalsozialisten? Biografische Studien zu NSDAP-Kreisleitern, SA und SS, St. Pölten 2020 (= Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich; Bd. 42), S. 109–112.

 

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