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Dollfuß-Fresko wird Thema öffentlicher Debatte

Schon die gesamte Zweite Republik gilt die Kanzlerschaft Engelbert Dollfuß‘ als umstrittenste Periode der österreichischen Zeitgeschichte, die auch in den letzten Jahren für Kontroversen sorgte; etwa bei Gerhard Karners (ÖVP) Nominierung als Innenminister 2021. Mit diesen Debatten geraten materielle Reste des Dollfuß-Kults in Kritik, wie etwa das Kuppelfresko in der Pfarrkirche St. Jakob im Defreggental. Johann Baptist Oberkofler, Priester und Maler, schuf es 1935 – ein Jahr nachdem Dollfuß von Nationalsozialisten ermordet worden war.

 

Die öffentliche Diskussion über das Fresko beschränkte sich nur auf die Darstellung von Dollfuß. Er ist als Teil einer Gruppe bei einem übergroßen, zentralen Kreuz gemalt worden, vom dem das gesamte Motiv dominiert wird. Neben ihm wurden unter anderem Papst Pius XI. und Kaiser Karl I. abgebildet. Die übrigen Gruppen im Fresko blieben in der Debatte hingegen unerwähnt. Drei sollen – unter Bezug auf rassistische Stereotypen – die Menschen Afrikas, Asiens und Amerikas repräsentieren. Eine fünfte Gruppe zeigt Tiroler*innen, die dem Kreuz entgegenziehen.

 

Der umschließende Spruch deutete das Bild durch Bezug auf einen Psalm (Ps 72,11): „Es herrscht vom Holze herab Gott und anbeten werden ihn alle Könige der Erde, alle Völker werden ihm dienen.“ Wer aus Sicht des Malers dieses Ziel verwirklichen sollte, steht außer Zweifel: Der christliche „Ständestaat“, repräsentiert durch Dollfuß als gottgewollten Nachfolger Karls I., gemeinsam mit der katholischen Kirche. Unter den Abgebildeten gibt es ein Machtgefälle, das den Anspruch stützt: Während sich die Indigenen um „weiße“ Missionare scharen, bedürfen Tiroler*innen keiner Missionierung. Das Fresko ist keine kuriose Ausnahme, sondern kann als Beispiel für den Kulturimperialismus der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur verstanden werden.

Jahr
2021
AutorInnen