Ferdinand von Sammern und Frankenegg wurde am 17. 3. 1897 in Grieskirchen in Oberösterreich geboren und starb bei Banja Luka im heutigen Bosnien-Herzegowina am 20. 9. 1944. Er war der Sohn eines Richters und diente im Ersten Weltkrieg beim Kärntner Feldjägerbataillon. 9 und beim Tiroler Kaiserschützenregiment I, als Leutnant in der Reserve 1917 und ab 1918 als Oberleutnant.
Der Berufsoffizier studierte 1919–22 an der Universität Innsbruck Rechtswissenschaften und schloss 1922 als Dr. jur. ab. Er trat in das Freikorps Oberland ein und stellte in Wels Wehrzüge auf. Ab 1929 führte Sammern und Frankenegg eine eigene Rechtsanwaltskanzlei in Peuerbach. Er betätigte sich daneben politisch und trat 1932 der NSDAP, 1933, nach dem Verbot der NSDAP nunmehr in der Illegalität, auch der SS bei, übernahm 1935 (SS-Untersturmführer) die Führung der SS-Standarte 37 und führte in Wels den ersten illegalen Gesamtappell der oberösterreichischen SS-Standarte durch. 1937 stieg er zum SS-Sturmbannführer, 1938 zum SS-Standartenführer auf.
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, 1938, wurde Sammern und Frankenegg Mitglied des Großdeutschen Reichstages, 1939 Führer des SS-Oberabschnitts IX (Würzburg), 1941 SS-Oberführer. 1942/43 war er als SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau, ab 1943 SS-Polizeigebietsführer (Kommandeur der Ordnungspolizei) in Esseg/Osijek. 1944 SS-Brigaden Führer und Generalmajor der Polizei. Sammern und Frankenegg wurde während eines Gefechtes mit Partisanen 1944 getötet.
Wissenschaftliche Literatur:
N. v. Preradovich, Österreicher als Gen. des zweiten Weltkrieges, in: Feldgrau 2, 1954, S. 107
ders., Die Verluste des Adels in Österr. während des zweiten Weltkrieges, ebenda, 5, 1957, S. 180
H. Buchheim, Die Höheren SS- und Polizeiführer, in: Viertelsjahreshe. für Zeitgeschichte 11, 1963, S. 390
G. Tessin, Die Stäbe und Truppeneinheiten der Ordnungspolizei, in: Zur Geschichte der Ordnungspolizei 1936–45, 2 ( = Schriften des Bundesarchivs Koblenz 3), 1957, S. 74
J. Folttmann – H. Möller-Witten, Opfergang der Gen. ( = Schriften gegen Diffamierung und Vorurteile 3 ), 4. Aufl. 1959, S. 125
E. Stockhorst, 5000 Köpfe. Wer war was im Dritten Reich, (1967)
Das Diensttagebuch des dt. Gen.Gouverneurs in Polen 1939–45, hrsg. von W. Präg und W. Jacobmeyer ( = Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 20 ), 1975, S. 510, 607
H. Slapnicka, OÖ – als es „Oberdonau“ hieß (1938–45) ( = Beitrr. zur Zeitgeschichte OÖ 5), 1978, S. 485 f.
K. Moczarksi, Gespräche mit dem Henker. Das Leben des SS-Gruppenführers und Gen.Lt. der Polizei J. Stroop ( = Fischer Taschenbücher 3466), 1982, S. 156 ff., 168, 170
N. v. Preradovich, Österr. höhere SS-Führer, (1987), S. 205 ff.
Dieser Text wurde dem Österreichischen Biographischen Lexikon entnommen und geringfügig überarbeitet. Der originale Eintrag war zuletzt 1988 aktualisiert worden, https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_S/Sammern-Frankenegg_Ferdinand_1897_1944.xml, veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 3.0 AT