Nachdem die Band Riva den Concours Eurovision de la Chanson 1989 für Jugoslawien gewann, fand der Eurovision Song Contest 1990 am 5. Mai in der Koncertna dvorana Vatroslava Lisinskog in Zagreb statt. Die österreichisch-jugoslawische Fernsehmoderatorin Helga Vlahović führte gemeinsam mit Oliver Mlakar, der dem europäischen Publikum durch die transnationale TV-Show Spiel ohne Grenzen bekannt war, durch den Abend.
Bestimmendes Thema waren die Grenzöffnungen in den Warschauer Pakt-Staaten. Für Österreich trat Simone mit dem auf Deutsch, Englisch, Französisch und Serbo-Kroatisch vorgetragenen Lied Keine Mauern mehr an. Der Text beginnt mit einer Rückschau: „Zur selben Zeit vor einem Jahr hat niemand sich’s gedacht, dass unser Freiheitsdrang den Sprung nach vorne macht.“ Zum Refrain übergeleitet wird mit einem Verweis auf die Potentiale der Gegenwart: „Denn unsere Zukunft wird erst jetzt geboren: Viele Sprachen, viele Ohren“. Simone belegte Platz 10. Auf Platz 9 landete der letzte westdeutsche Beitrag der ESC-Geschichte, gesungen von Chris Kempers und Daniel Kovac. Er trug den Titel Frei zu leben und enthält die Textzeile „Einsam sind wir nicht, aber jeder ist allein – reißen wir die unsichtbaren Mauern endlich ein“.
Toto Cutugno gewann 1990 mit Insieme: 1992 („Zusammen: 1992“) für Italien. Sein Liedtext handelt von grenzenloser Liebe und der Utopie eines vereinten Europas, die er zwei Jahre in der Zukunft ansiedelt.
