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Foto: Österreichischer Rundfunk ORF

1986: „Die Zeit ist einsam“ in Bergen

ESC und Waldheim-Affäre

„Die Zeit ist einsam und sie ist müde.“ Mit diesen Liedzeilen beginnt Österreichs Beitrag zum Eurovision Song Contest in Bergen (Norwegen) am 3. Mai 1986. Interpretin der melancholischen Ballade ist die 25-jährige Timna Brauer. In einer internen Entscheidung des ORF ausgewählt, geht sie in politisch turbulenten Zeiten an den Start. Einen Tag nach dem Liederwettbewerb finden in Österreich die Präsidentschaftswahlen statt. Der Favorit im Rennen ums höchste Amt im Staat ist Kurt Waldheim. Seine nationalsozialistische Vergangenheit kommt im Zuge des Wahlkampfes ans Licht und sorgt national und international für Diskussionen. Österreichs Selbstbild als erstes Opfer des Nationalsozialismus gerät ins Wanken.

 

Die Zeit ist einsam, Interpretin: Timna Brauer, Musik: Peter Janda, Text: Peter Cornelius, Eurovision Song Contest, 1986

 

Brauers Liedzeilen können vor dem Hintergrund der Waldheim-Affäre als Stimmungsbild gelesen werden. Österreich fühlt sich „einsam“ und von der internationalen Staatengemeinschaft ausgegrenzt. Die schlechte Platzierung (der Beitrag landet auf den drittletzten Platz) wird der „antiösterreichischen“ Einstellung im Rest Europas zugeschrieben. Mit schlechten Ergebnissen hatte Österreich allerdings nicht erst 1986 zu kämpfen. Nach dem Sieg Udo Jürgens im Jahr 1966 schafften es nur zwei Beiträge in die Top 5. In den Medien wurde die Schuld am mäßig erfolgreichen Abschneiden jedoch meist bei anderen gesucht, etwa bei den Juror*innen („Schafft die Wertung ab“, Kronen Zeitung 1986) oder es wurde der ganze Wettbewerb infrage gestellt und die Platzierungen als „Lotteriespiel“ (Kronen Zeitung 1987) abgetan. Verantwortung zu übernehmen, fällt auch hier schwer. Die argumentativen Strategien, um Österreichs Opferrolle aufrechtzuerhalten, scheinen sich in den Kommentaren und Berichten zum Songcontest widerzuspiegeln.

 

Jahr
1986
Autor*innen