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Heute im hdgö

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Helle Vitrine, darin Objekte wie ein alter Koffer mit Dokumenten und im Hintergrund ein gerahmtes Foto
David Tiefenthaler/hdgö, cc by-nc 4.0

28. April 2026: Illegale Aktivistin für den Nationalsozialismus – Neue Foyer-Vitrine zu NS-Nachlass und digitaler Verantwortung im hdgö

Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) präsentiert ab heute in der Foyer-Vitrine NS-Aktivistin im Verborgenen. Fokus auf einen Nachlass. Im Zentrum steht ein Koffer mit Objekten aus dem Nachlass der Tirolerin Paula Lang (1906–1991), die sich zwischen 1933 und 1938 politisch für den Nationalsozialismus betätigte. Der Nachlass stellt Fragen, die weit über den Einzelfall hinausgehen – zu Geschlechterbildern im Nationalsozialismus, zum Umgang mit NS-Objekten in Familien ebenso wie im digitalen Raum

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„Und dann hat [meine Mutter] gesagt: ‚Ja, da hat sie etwas getan, was nicht richtig war, und darum ist sie im Gefängnis gesessen.‘ Aber Details habe ich nicht gewusst“, erzählt die Enkelin von Paula Lang in einem hdgö-Videointerview. Es ist die Reaktion ihrer Mutter auf drei Fotos der Großmutter in einem schwarzen Rahmen: im Profil, frontal und mit Blick zur Seite – aufgenommen von der Polizei. Denn 1937 ermittelte die Polizei gegen Paula Lang wegen ihrer Betätigung für die illegale NSDAP. Im darauffolgenden Gerichtsverfahren wurde die ursprünglich angesetzte Strafe von vier Monaten Arrest auf zwei Monate zur Bewährung herabgesetzt. Der Fall steht exemplarisch für die milde Strafverfolgung von Nationalsozialistinnen in der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur, die von den Behörden als unpolitisch und damit als „harmlos“ wahrgenommen wurden und so ihren Aktivismus für den Nationalsozialismus vielfach fortsetzen konnten.

Das öffentliche Bild des Nationalsozialismus ist bis heute stark von männlichen Akteuren geprägt. Dabei bleibt ausgeblendet, wie Frauen illegal und aktiv am Aufbau und an der Stabilisierung des NS-Systems beteiligt waren – bereits im Vorfeld der Machtübernahme 1938“, sagt hdgö-Gründungsdirektorin Monika Sommer. „Wie Museen den Nationalsozialismus zeigen können und sollen, beschäftigt uns laufend: im Umgang mit Propaganda, mit dem Schweigen in Opfer- und Täter*innenfamilien und mit einer geschlechterhistorischen Perspektive.

Ein NS-Nachlass als vielschichtige Quelle
Im Nachlass von Paula Lang befinden sich beispielsweise Briefe, Fotoalben, Dokumente, NS-Literatur und persönliche Erinnerungsstücke – darunter auch die Fotografie einer Bund Deutscher Mädel (BDM)-Gruppe, einer Jugendorganisation der NSDAP, die von 1934 bis 1938 verboten war. Die Widmung lautet: „Zur Erinnerung an deine Kameradinnen aus der illegalen Zeit“. Das Foto zeigt Paula Lang als BDM-Führerin und ist ein Hinweis auf die nachträgliche Verklärung von überzeugten Mitgliedern. Der gesamte Nachlass im hdgö von Paula Lang und ihrem Ehemann Hans Wackerle (1906–1943) besteht aus über 500 Objekten. Ihre Enkelin übergab ihn 2021 in einem Koffer an das hdgö, das den Nachlass auch als typisches Beispiel für das Phänomen des weiblichen NS-Aktivismus aufnahm.

Die zahlreichen biografischen Zeugnisse ermöglichen uns Einblicke in die Lebensgeschichten von Paula Lang und ihrem Ehemann. Sie dokumentieren die Zeit vor 1938 und, dass der ‚Anschluss‘ Österreichs an NS-Deutschland in keinem Vakuum passierte, sondern gerade auch von Frauen auf unterschiedliche Weise vorbereitet und unterstützt wurde“, sagt Kuratorin Mara Metzmacher, die parallel auch das umfassende Digitalisierungsprojekt der hdgö-Sammlung leitete.

NS-Objekte im digitalen Raum: Klare Kriterien statt unkritischer Sichtbarkeit
Die Veröffentlichung von Objekten mit NS-Bezug im Web folgt im hdgö klaren Kriterien: NS-Objekte und Propaganda werden nicht unkommentiert gezeigt, sondern wissenschaftlich eingeordnet und analysiert. So wird differenzierte Auseinandersetzung nicht nur im Museum möglich, sondern auch für Bildung, Forschung und alle Interessierten. Der umfangreiche Lang-Wackerle-Nachlass ist zu großen Teilen bereits digitalisiert, aufgearbeitet und online zugänglich. Museums-Besucher*innen können auch an einer digitalen Station neben der Foyer-Vitrine im Nachlass recherchieren. 

Info für Medien zum Programm: Am 8. Mai ist Tag der Befreiung und der Eintritt ins Museum frei. Um 15 Uhr und 17 Uhr vermitteln die zwei kostenlosen Kurzführungen Zeitgeschichte kompakt: Kriegsende und Befreiung 1945 unterschiedliche Perspektiven auf das Ende des Zweiten Weltkriegs, das Ende der NS-Herrschaft in Europa und den Beginn der Zweiten Republik. Kuratorin Mara Metzmacher gibt am 13. Mai um 16:30 Uhr Einblicke zu NS-Aktivistin im Verborgenen. Fokus auf einen Nachlass in der Foyer-Vitrine sowie in die Sammlung Online.

David Tiefenthaler/hdgö, cc by-nc 4.0

Tipp: Nutzen Sie die Suchfunktion der Sammlung Online um nach weiteren Objekten zu suchen.
Bei Fragen oder Anfragen wenden Sie sich bitte an: presse@hdgoe.at