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Wie die Pandemie „spanisch“ wurde

Die Pandemie wütete nicht erst im Herbst 1918. Dass ihr Höhepunkt heute oft zu dieser Zeit angenommen wird, hat auch damit zu tun, dass erst nach dem Ende des Weltkrieges über sie berichtet werden durfte. Davor ließ die strikte Zensur der Habsburgermonarchie keine Pressemeldungen über die Krankheitsfälle zu, ihr Ausmaß blieb daher im Dunkeln. Ganz im Gegenteil übten sich die österreichischen Zeitungen bis Ende 1918 im Verharmlosen. Ähnlich verhielt es sich mit der Berichterstattung in anderen europäischen Ländern. Nur im neutralen Spanien gab es keine strenge Kriegszensur. In spanischen Zeitungen wurde offen über das Virus diskutiert, weswegen es anderswo wie ein „spanisches“ Phänomen aussah.

Mit dem nahenden Ende des Ersten Weltkrieges änderte sich die Informationslage: Ab Mitte Oktober wurde in den meisten europäischen Staaten häufiger über die Pandemie berichtet, sie wurde dennoch nicht zum zentralen Thema. Trotz der hohen Todeszahlen war die Grippe nur eine Randnotiz in den Medien, weit hinter Kriegsende und der Gründung von neuen Staaten. Das hat auch mit dem nationalen Blickwinkel der Medien zu tun, der später von HistorikerInnen übernommen wurde: Gerade weil die Pandemie ein weltweites Ereignis war, wurde sie in den Geschichtsbüchern meist übergangen.

Im Juli 1918 spotteten Zeitungen über die Pandemie: Die Czernowitzer Allgemeine Zeitung stellte die Krankheit als „womöglich lästig“, aber nicht gefährlich dar. Vielmehr handle sich bei ihr nur um „Influenza und Schnupfen“.
Czernowitzer Allgemeinen Zeitung, 7.7.1918. Österreichische Nationalbibliothek

Im Juli 1918 spotteten Zeitungen über die Pandemie: Die Czernowitzer Allgemeine Zeitung stellte die Krankheit als „womöglich lästig“, aber nicht gefährlich dar. Vielmehr handle sich bei ihr nur um „Influenza und Schnupfen“.

 

Hier zur gesamten Ausgabe der Czernowitzer Allgemeinen Zeitung, 7. Juli 1918

 

Illustrierte Kronen Zeitung, 2.7.1918. Österreichische Nationalbibliothek

Die Illustrierte Kronen Zeitung spricht zwar Anfang Juli 1918 noch von Einzelfällen, berichtet aber ebenso, dass es schon „seit einigen Tagen” zu einem „ziemlich bedeutenden Anwachsen” der Influenza-Meldung kommt. Allerdings betont die Zeitung, dass es keinen Grund zur Besorgnis gibt und es sehr wahrscheinlich sei, dass die Krankheit ohne „bedenkliche Folgen” sein würde.

 

Hier zur gesamten Ausgabe der Illustrierten Kronenzeitung, 2. Juli 1918

 

 

Das Fremden-Blatt bezeichnete die Infektion ironisch als „vornehmste Krankheit“, die „außerordentlich modern“ sei. Prominente adelige Überlebende der Grippe wie der spanische König Alfonso oder Kaiserin Zita wurden als Belege dafür herangezogen, dass die Krankheit keine sozialen Unterschiede mache und vor allem überlebt werden könne. Tatsächlich sollte Zitas Mann, Kaiser Karl, schließlich an Symptomen sterben, die häufig der „Spanischen Grippe“ zugerechnet werden.
Fremden-Blatt, 3.7.1918. Österreichische Nationalbibliothek

Das Fremden-Blatt bezeichnete die Infektion ironisch als „vornehmste Krankheit“, die „außerordentlich modern“ sei. Prominente adelige Überlebende der Grippe wie der spanische König Alfonso oder Kaiserin Zita wurden als Belege dafür herangezogen, dass die Krankheit keine sozialen Unterschiede mache und vor allem überlebt werden könne. Tatsächlich sollte Zitas Mann, Kaiser Karl, schließlich an Symptomen sterben, die häufig der „Spanischen Grippe“ zugerechnet werden.

 

Hier zur gesamten Ausgabe des Fremden-Blatts, 3. Juli 1918

 

 

 

 

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