Uhlirz war Expertin für Mittelalter an der Universität Graz und die erste Frau, die an einer österreichischen Universität eine Lehrbefugnis für Geschichte erhalten hatte. Bereits in den frühen 1930er Jahren setzte sie sich für die Ziele der NSDAP ein. Im Mai 1938, nach dem „Anschluss“, beantragte sie die Parteimitgliedschaft. Sie trat als Rednerin bei diversen NSDAP-Veranstaltungen auf. Mit ihren Forschungen bestätigte sie deutschnationale Geschichtsvorstellungen.
1945 wurde Mathilde Uhlirz verhaftet. Sie suchte um eine vorzeitige Pensionierung an, die genehmigt wurde – ihre Dienstzeit von 1938–1945 wurde dabei angerechnet. Damit hatte sie die Möglichkeit, ihre Forschungen fortzusetzen und prominente Veröffentlichungen zu erreichen. 1951 wurde sie offiziell rehabilitiert und ihr wieder ein Professorentitel verliehen. Die Republik Österreich, verschiedene Universitäten und private Organisationen ehrten sie zahlreichen Auszeichnungen.
Weiterführende Links:
https://unipub.uni-graz.at/obvugrnachl_nachl/nav/classification/8248316
https://www.derstandard.at/story/2000129470694/vorzeigefrauen-mit-nationalsozialistischer-vergangenheit
Wissenschaftliche Literatur:
Zettelbauer, Heidrun, Lisbeth Matzer, Changierende Namensgebungen und präfigurierte Lesarten. Mathilde Uhlirz’ Biografie als Irritation städtischer Gedächtnispolitiken, in: zeitgeschichte 48.3 (2021), 307–334.