Hausberger trat als jugendlicher der Hitlerjugend zu seinem Zeitpunkt bei, als diese bereits illegal war. Danach war er Mitglied einer SS-Einheit, die in der Ukraine und Belarus tausende Jüdinnen und Juden durch Erschießen ermordete – er beteiligte sich damit am Beginn der Shoah in jenen Einsatzgruppen, in denen der später prominente Bundespolitiker Friedrich Peter Offizier war.
Nach dem Ende der NS-Herrschaft war Hausberger von 1968 bis 1982 Bürgermeister von Mayrhofen im Zillertal. Obwohl seine Verbrechen im Dorf bekannt waren, wurde keine Anklage gegen ihn erhoben. Zwei Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit war er als Tourismusbotschafter Tirols in den USA, wo seine Beteiligung an SS-Verbrechen bekannt wurde. Seine Partei, die ÖVP, unterstützte ihn während und nach dem Skandal.
Weiterführende Links:
Historischer Bericht einer US-amerikanischen Zeitung über den Besuch Hausbergers 1984, https://www.upi.com/Archives/1984/09/23/The-US-Justice-Department-ordered-an-Austrian-mayor-to/5477464760000/
Wissenschaftliche Literatur:
Horst Schreiber: „Liebesverbrechen“, Zwangsarbeit und Massenmord“, NS-Täter und Opfer in Tirol, Polen und der Sowjetunion, Innsbruck 2023, Einleitung online: https://www.erinnern.at/media/d0a5e14ccef643b6aa41d6bfed2a80a0/horst-schreiber-von-tatern-und-opfern-eine-einleitung.pdf