Ernst (von) Dombrowski (1896–1985)
Bildender Künstler, Leiter der NS-Propaganda in der Steiermark
Dombrowski studierte in Graz, engagierte sich seit 1932 aktiv in der NS-Bewegung und wurde zu einem wichtigen Akteur im nationalsozialistischen Kunstbetrieb. Nach dem Verbot der NSDAP war er 1934/35 Gaupropagandaleiter für die Steiermark, ab 1938 wurde er ohne die nötige Qualifikation Professor an der Akademie für angewandte Kunst in München.
Nach 1945 rasch als „Mitläufer“ eingestuft, war er wesentlich am Aufbau rechtsextremer Kulturorganisationen beteiligt. In der Nachkriegszeit blieben seine Werke bei einem großen Publikum ungebrochen beliebt. Ein besonders drastisches Beispiel dafür ist das Bilderbuch „Hatschi Bratschis Luftballon“. 1933 war Dombrowski zwar bereits der dritte Künstler, der diese Geschichte von Franz Karl Ginzkey illustrierte. Den titelgebenden gefährlichen Orientalen, der von einem Ballon aus ‚alpenländische‘ Kinder entführt, zeigte er extrem antisemitisch – als Bestie mit Hakennase, Schlangenaugen und Reißzähnen, nicht als Mensch. Gerade diese Version wurde populär und war auch lange nach 1945 ein Klassiker der österreichischen Kinderliteratur, übersetzt wurde diese Version nur ins Niederländische.
Weiterführende Links:
https://www.pamme-vogelsang.de/kuenstler/ernst-von-dombrowski
Literatur:
Holzschuh, Ingrid / Plakolm-Forsthuber, Sabine, Auf Linie: NS-Kunstpolitik in Wien: die Reichskammer der bildenden Künste. 2021.