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Ausschnitt der Bühne des ESC 1959: rechts die Punktetafel, in der Mitte eine leicht erhöhte, geschmückte Plattform vor der 3 Männer und eine Frau stehen. Ein Mann gratuliert der Frau mit einem Kuss auf die Wange, links sitzt das Orchester.
Foto: Harry Pot, Nationaal Archief / Wikimedia Commons

1959: „Der k.und k. Kalypso aus Wien“

Österreichs erster letzter Platz beim ESC

Mit  Der k.und k. Kalypso aus Wien (geschrieben von Norbert Pawlicki und Günther Leopold) trat Ferry Graf 1959 beim Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne in Cannes an. „Aus Wien muss er [der Kalypso] sein“, singt Graf, und stellt damit die Hauptstadt ins Zentrum des Liedes. Nicht Urbanität ist jedoch Thema, sondern der historische Bezug auf die österreichisch-ungarische Monarchie, die schon im Titel anklingt. Mit den textlichen Bezügen zu Brünn/Tschechoslowakei und Ungarn wird zum einen auf eine vergangene Größe des Territoriums Bezug genommen. Zum anderen wird auf eine historische Periode verwiesen, die – anders als die nationalsozialistische Vergangenheit Österreichs – auf der europäischen Bühne als unverfänglicher galt. Dass die Habsburgermonarchie sich auch international als populäre Folie österreichischer Selbstrepräsentation eignet, hatten schon die drei Sissi-Filme 1955-1957 bewiesen. Weitere Elemente österreichischer Nationskonstruktion sind auf der musikalischen Ebene zu finden. Hier wird der Calypso, der sich als Musikstil im historischen Kontext der Sklaverei in der Karibik entwickelte, mit Komponenten der Volksmusik (Polka, Jodeln) und des Walzers (der Walzer Wiener Blut op. 354 von Johann Strauss Jr. wird angespielt) kombiniert. 

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