1957: „Wohin, kleines Pony?“
Österreichs erster letzter Platz beim ESC
1957 trat Österreich erstmals beim Grand Prix d’Eurovision an. Der Österreichische Rundfunk schickte Bob Martin (Leo Heppe) mit dem Lied Wohin, kleines Pony? (geschrieben von Kurt Svab und Hans Werner) in den europäischen Schlagerwettbewerb. Im Songtext reitet der Interpret mit seinem kleinen Pony unbeschwert durch Heide, Felder und Täler, die beiden sind „sorgenfrei“ und genießen die Welt: „Wer sieht die Welt denn noch so schön. So wunderschön, wie wir sie sehen?“ Etwas mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende des nationalsozialistischen Regimes betritt Österreich hier die europäische Fernsehmusikbühne bezeichnenderweise mit einer infantilisierten und betont unbelasteten Selbstrepräsentation. Vergangene Zeiten oder die Erinnerung daran, die zum Beispiel im Beitrag von Großbritannien „All the golden dreams of yesterday“ (Patricia Bredin: All), der Schweiz (Lys Assia: L’enfant que j’étais) oder Luxembourg (Danièle Dupré: Tant de peine) evoziert werden, sind im österreichischen Beitrag absent: Der Blick ist in die Zukunft gerichtet. Das Lied erreichte den letzten Platz.
