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#nachgefragt bei Saphira Wing, Schauspielerin

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Wir haben #nachgefragt bei Saphira Wing, Schauspielerin:

 

Welche Geschichten und Erinnerungskulturen wurden in deiner Familie weitergegeben?

Welche Erfahrungen hast du in Österreich damit gemacht, Schwarz und jüdisch zu sein?

Welche Erfahrungen hast du in Black Communities außerhalb von Österreich gemacht?

Lassen sich Ausgrenzungserfahrungen vergleichen?

Was kann jede einzelne Person gegen Rassismus und Antisemitismus tun?

 

Ausgehend von ihrer Lebensgeschichte als Kind einer jüdischen Mutter aus England und eines muslimischen Vaters aus Ghana gibt Saphira Wing Einblicke in ihre Erfahrungen mit Rassismus, Antisemitismus und Diversität in Wien, London und den Vereinigten Staaten. In ihrer Familiengeschichte verflechten sich verschiedene Erinnerungskulturen zum Nationalsozialismus und zum Kolonialismus. Ihre Erzählungen laden dazu ein, über den Prozess des Erinnerns im Kontext einer vielschichtigen, globalisierten Zeitgeschichte nachzudenken und zu diskutieren. 

 

Saphira Wing ist 2003 geboren und in Wien mit einer englischen jüdischen Mutter und einem Vater aus Ghana aufgewachsen. Als Siebenjährige wurde sie als jüngstes Mitglied im Wiener Kinderchor aufgenommen und hatte die Gelegenheit, mit Robbie Williams und Zucchero Fornaciari aufzutreten. Saphira Wing besuchte den Musikzweig des BRG Boerhaavegasse und studiert derzeit Schauspiel in London. 

Die Veranstaltung in Bildern (6)
Interview Transkript (Deutsch)

Eines der Dinge, die wir alle tun müssen, ist, erstens uns selbst zu fragen, in welchen Bereichen wir benachteiligt sind und in welchen wir Privilegien haben, und zweitens in jedem Raum, den wir betreten, sei es ein physischer oder ein kultureller Raum, wirklich zu verstehen, was unsere Position in diesem Raum ist, um den Menschen, deren Stimmen vielleicht nicht so oft gehört werden, eine Stimme zu geben.

 

Mein Name ist Saphira Wing. Ich bin in Wien mit einer jüdischen Mutter und einem ghanaischen Vater aufgewachsen und habe in Wien ein Musikgymnasium besucht. Dann bin ich für eine Weile nach Amerika gezogen und danach nach Großbritannien, wo ich im Moment Schauspiel studiere.

 

Welche Geschichten und Erinnerungskulturen wurden in deiner Familie weitergegeben?

In Anbetracht des Holocaust-Traumas, das wir in der Familie hatten, denke ich, dass es fast eine Generation von Menschen gibt, die das Erzählen von Geschichten überspringt, und das wäre die Generation meiner Großmutter. Ich glaube, es ist verloren gegangen, als meine Urgroßmutter nach Großbritannien fliehen musste. Sie hat aufgehört, mit ihren eigenen Kindern über ihre Kultur und ihre Geschichte zu sprechen. Meine Großmutter hat also nie gelernt, Deutsch zu sprechen. Aber dann zog meine Mutter mit 20 Jahren nach Österreich, um mehr über unsere Familiengeschichte herauszufinden. In gewisser Weise hat sie die Geschichten und die fehlenden Teile unserer Familie wieder aufgesammelt.

Und mein Vater kommt aus Ghana und ist Muslim. Von ihm habe ich also auch eine Menge verschiedener Geschichten, die auch sehr zerstückelt sind, weil er jemand ist, der immer dazu neigt, in die Zukunft zu schauen oder in der Gegenwart zu bleiben. Soweit ich weiß, war seine Geschichte fast so ähnlich wie die eines Flüchtlings. Er musste viele, viele Wege gehen und ziemlich schreckliche Erfahrungen machen, um in dieses Land zu kommen. Und dazu kommen auch seine Erfahrungen als Schwarzer Mann in Österreich.

 

Welche Erfahrungen hast du in Österreich damit gemacht, Schwarz und jüdisch zu sein?

Für mich war mein Schwarzsein immer sehr sichtbar und ein sichtbarer Teil meiner Identität. Wohingegen das Jüdischsein etwas ist, das ich immer wusste und das mir von meiner Mutter sehr bewusst gemacht wurde, weil sie sich daran erinnern wollte, dass wir jüdisch sind und weil sie das Gefühl hatte, dass das in ihrer Kindheit ein bisschen verloren gegangen war. Aber ich glaube, ich habe die Einflüsse meines jüdischen Erbes immer in unserer Familienstruktur gespürt und darin, wie wir uns selbst verhalten, in unserer Geschichte, wie wir dazu gekommen sind, wo wir gelandet sind.

Dass ich Schwarz bin, bedeutet für meine Familie mütterlicherseits, dass meine Schwester und ich die ersten schwarzen Mitglieder und die ersten schwarzen Frauen dieser Familie sind. Das hat also eine ganz neue Ebene der Identität geschaffen. Und ich glaube, als Schwarze Frau in Österreich aufzuwachsen, war eine Art Nischenerfahrung. Die Schwarze Community in Österreich war zu der Zeit als ich jung war nicht sehr groß. Und so habe ich viel Fremdenfeindlichkeit und Rassismus erlebt, die Hand in Hand gingen. Heute habe ich hingegen das Gefühl, dass der Rassismus, den ich erlebe, viel mehr auf meiner Hautfarbe basiert als auf meinem Deutschniveau oder der Herkunft meiner Eltern.

 

Welche Erfahrungen hast du in Black Communities außerhalb von Österreich gemacht?

Als ich zum ersten Mal nach Amerika zog, gab es zunächst eine viel größere Community von Schwarzen Menschen. Ich glaube, das war der erste Moment, in dem mir klar wurde, dass Schwarzsein so vielseitig ist und dass es so viele Communities gibt, mit denen man Erfahrungen teilt, die sich von den eigenen aber auch völlig unterscheiden können. Und als ich dann nach Großbritannien gezogen bin, war es wirklich erfrischend für mich, eine größere Community von Schwarzen Personen um mich herum zu haben. Da habe ich dann auch so richtig verstanden, dass es schon ein Ding ist, europäisch und Schwarz zu sein. Zum Beispiel ist mein Vater ein afrikanischer Schwarzer Mann, während ich eine westliche Schwarze Frau bin. Und ich glaube, ich habe immer damit gekämpft, mich mit der Tatsache abzufinden, dass ich “bi-racial” bin und dass es zwei Seiten meiner Identität gibt, aber auch damit, was es für mich bedeutet, Schwarz und europäische zu sein.

 

Lassen sich Ausgrenzungserfahrungen vergleichen?

Ich denke jemand, der eine so komplexe Identität mit so vielen Etiketten und Titeln und verschiedenen Dingen hat, wie zum Beispiel eine schwarze jüdische Frau zu sein, die auch mit einem muslimischen Vater aufgewachsen ist, wird oft als Widerspruch gesehen.

Sogar Gespräche, die ich mit meiner eigenen Mutter geführt habe, in denen es darum geht, Themen zu vergleichen, aber sie auch getrennt zu halten, sind manchmal wirklich kompliziert und komplex, weil ich denke, dass alle sozialen Themen in gewisser Weise miteinander verwoben sind, aber auch in ihrer eigenen Bedeutung betrachtet werden müssen.

 

Was kann jede einzelne Person gegen Rassismus und Antisemitismus tun?

Eines der Dinge, die wir alle tun müssen, ist, erstens uns selbst zu fragen, in welchen Bereichen wir benachteiligt sind und in welchen wir Privilegien haben, und zweitens in jedem Raum, den wir betreten, sei es ein physischer oder ein kultureller Raum, wirklich zu verstehen, was unsere Position in diesem Raum ist, um den Menschen, deren Stimmen vielleicht nicht so oft gehört werden, eine Stimme zu geben. Und ich glaube, das ist viel leichter gesagt als getan. Aber ich denke, dass wir kleine Dinge tun können, indem wir uns individuell und privat weiterbilden.

In den Bereichen, in denen ich das Gefühl hatte, dass meine Stimme nicht gehört wurde, glaube ich, zieht man sich entweder zurück und hat das Gefühl, dass man nicht sprechen kann, oder man muss wirklich fast schon energisch sein, um seiner Stimme Gehör zu verschaffen. Deshalb ist es so angenehm, wenn man Menschen um sich hat, die einem großzügig den Raum und die Plattform geben, zu sprechen.

Interview Transcript (English)

One of the things that we all need to do is firstly kind of check what things we’re disadvantaged in and what things we have privileges in, and then also really understand every space that we go into, whether that's a physical space or a cultural space to understand what our position is in that space and give the people whose voices maybe aren't heard as much a voice to speak.

 

Well, my name is Saphira Wing, and I grew up in Vienna with a Jewish mum and a Ghanian dad, and I went to music school in Vienna, and then I moved to America for a little bit. And then to the UK where I'm studying acting at the moment.

 

What stories and cultures of remembrance were passed on in your family?

Given like the trauma of the Holocaust that we had in the family, I think there's like almost a generation of people that kind of skip the storytelling, which would be the generation of my grandmother. I think it got a little bit lost when my great grandmother had to flee to the UK. She kind of, I think, stopped talking a lot about her culture and her history to her own children. So my grandmother never learned to speak German, but then my mother moved to Austria when she was 20 to find out more about our family history. She kind of picked back up the stories and the missing pieces of our family.

And with my dad, he's from Ghana and he's a Muslim. From him I also have a lot of different stories that are also very dissected because he's someone that always tends to look into the future or stay in the present. From what I'm aware, his journey was almost that resembling of a refugee, so he had to walk many, many journeys and go through quite horrible experiences to get into this country. And then also his experience as a black man in Austria.

 

What experiences have you had in Austria with being Black and Jewish?

To me, my blackness was always like very visible and it's a visible part of my identity, whereas being Jewish is more something that I always knew and was made very aware to me by my mum and the fact that she wanted to remember the fact that we're Jewish and because she felt that that got a little bit lost in her childhood. But I think for me I always felt the influences of my Jewish heritage kind of in the cobwebs of our family and kind of embedded in how we carry ourselves, our story, how we've ended up, where we've ended up.

And then in terms of being black on my mom's side of the family, I'm like, me and my sister are the first black members of that family and the black women of that family. So that added a whole new layer of identity. And I think in Austria, growing up black was a very like niche experience. The community of black people in Austria at the time when I was young wasn't very big. So I experienced actually a lot of like xenophobia as well as racism kind of hand in hand. Whereas now I feel like the racism that I experience is much more based on the colour of my skin rather than kind of the level of my German or where my parents are from.

 

What experiences have you had in Black Communities outside of Austria?

When I first moved to America, firstly there was a much larger community of black people. I think that was the first moment that I realised that, you know, being black is so versatile and that there's so many communities that you may share experiences with and that experiences that may be completely different to your own. And then when I moved to the UK, I think, it was really refreshing to me to have a larger community of black people around me. And also, this understanding of that there's it is a thing to be European and black. So for example, my dad is, you know, an African black man, whereas I'm a Western black woman. And I think I always struggled to really kind of sit in the fact that firstly that I'm biracial and that there's like two sides to my identity, I guess, but also what it means for me to be like a European black person. 

 

Can experiences of exclusion be compared?

I think as someone who has such a rich identity with so many labels and titles and different things like being a black Jewish woman having grown up with a muslim dad as well, and that being a clash, I think many conversations even that I've had with my own mum, where it's about trying to compare issues, but also keeping them separate is really complicated and complex sometimes because I think all social issues weave into each other in some ways but also need to be looked at in their own respect 

 

What can each individual do to counter racism and anti-Semitism?

One of the things that we all need to do is firstly kind of check what things we’re disadvantaged in and what things we have privileges in, and then also really understand every space that we go into, whether that's a physical space or a cultural space to understand what our position is in that space and give the people whose voices maybe aren't heard as much a voice to speak. And I think that's so much easier said than done. But I think small things that we can do is to educate ourselves individually and privately.

In the things where I felt, my voice wasn't heard, I think you either take a step back and you feel like you can't speak, or you have to be really almost forceful to have your voice be heard. So it's so refreshing when you have people around you that are generous with the space that they give you and their platform to speak.

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